Erstellt am 17. November 2010, 00:00

111 Unterschriften gegen Windpark. VOLKSBEFRAGUNG? / Dass die Bevölkerung des Ortsteils vor Umsetzung der Windkraftanlage um ihre Meinung zum Projekt befragt wird, fordert man durch Unterschriften.

KLEINWARASDORF / Landschaftsverschandelung, Lärm und Störung des Wilds sind die wesentlichen Bedenken, weshalb 111 Personen ihre Unterschrift unter die, von Manfred Jerson initiierte, Liste „Ich bin gegen den Bau der geplanten Windkraftanlage in Kleinwarasdorf“ gesetzt haben. Jerson sieht aus dem Projekt auch keinen direkten Nutzen für die Bürger.

Wie die BVZ berichtete, möchte die Firma ImWind Elements GmbH auf Kleinwarasdorfer Hotter in Richtung Kroatisch Minihof bis zu 12 Windräder errichten. Der Gemeinderat hat bei seiner Sitzung im September beschlossen, dass das Projekt grundsätzlich befürwortet wird. „Die Firma Im Wind Elements GmbH muss auf ihre Kosten Gutachten und Studien in Auftrag geben, ob das Projekt auch tatsächlich realisiert werden kann“, schreibt Bürgermeister Stefan Rozsenich dazu in einer Gemeindeaussendung vom 5. November.

„Keine Entscheidung ohne  Anhörung der Bevölkerung“

Weiters heißt es darin, dass in weiterer Folge die Ausweisung des Projektgebiets als Windparkeignungszone durch die Raumplanungsstelle des Landes sowie eine Umwidmung der Fläche auf Grünland mit Windkraftnutzung erfolgen muss und eine Umweltverträglichkeitsprüfung in Auftrag gegeben wird.

„Die Bevölkerung wird demnächst im Amtsgebäude Kleinwarasdorf informiert und angehört. Ohne vorherige Anhörung der Bevölkerung wird seitens des Gemeinderates nichts entschieden“, so Rozsenich. Eine Anhörung allein ist den Unterzeichnern der Unterschriftenliste aber zu wenig. „Wir wollen vor der Umsetzung des Projekts eine Volksbefragung zu diesem Thema und zwar eine Befragung der Bevölkerung von Kleinwarasdorf, die es betrifft, und nicht die der gesamten Großgemeinde“, betont Manfred Jerson, wobei das Ergebnis der Befragung aus seiner Sicht für den Gemeinderat bindend sein sollte.

Außerdem wünscht man sich zum Bürgerinformationstag am 21. November, an dem die Firma Im Wind von 10 bis 18 Uhr im Amtsgebäude Kleinwarasdorf und Gemeindeamt Großwarasdorf für Anfragen der Bevölkerung zur Verfügung steht, eine Informationsveranstaltung, bei der Vor- und Nachteile diskutiert werden. Positiv steht diesen beiden Ansinnen Ortsvorsteher Johann Karall gegenüber. „Es soll auf alle Fälle eine Befragung geben. Das habe ich auch schon bei der Gemeinderatssitzung vorgeschlagen, wenn es eine größere Anzahl an Gegnern geben sollte. Über 100 Unterschriften liegen nun vor“, so Karall. „Ich selbst bin ein Zerrissener, einerseits wünsche ich mir, dass die Natur so bleibt, anderseits bin ich für die saubere Energie und wir bekommen auch Geld für die Gemeinde.“

Bürgermeister Stefan Rozsenich erklärte schon nach der Gemeinderatssitzung im BVZ-Gespräch: „Erst wenn alle Auflagen erfüllt sind und die Bevölkerung einverstanden ist, kann die Firma die Windräder aufstellen.“