Erstellt am 07. Mai 2014, 09:04

42 Millionen für Bezirk. EU-Förderungen / 1.125 Projekte wurden in den vergangenen sieben Jahren im Mittelburgenland mit Unterstützung der EU umgesetzt.

Sehen Europa als Chance: Harald Horvath (RMB), SPÖ-Bezirkschef Peter Rezar und Erich Trummer.  |  NOEN

Was hat die Europäische Union (EU) dem Bezirk gebracht? Eine Antwort auf diese Frage versuchte die SPÖ Mittelburgenland zu geben. Landesrat Peter Rezar und Gemeindevertreterverbandspräsident Erich Trummer sind sich einig: „Ohne EU-Förderungen hätte das Burgenland den Aufschwung nicht so rasch geschafft.“

Seit dem Beitritt 1995 sind rund 1,1 Milliarden Euro Förderungen geflossen, eine Wertschöpfung von 4,22 Milliarden Euro ist entstanden, was der Höhe von vier Landesbudgets entspricht. „Wer hätte dies ohne EU aufbringen können“, so Harald Horvath, Geschäftsführer vom Regionalmanagement Burgenland.

"Viele Projekte würden ohne EU nicht existieren"

Landesweit seien 27.000 Arbeitsplätze durch EU-Mittel geschaffen oder gesichert worden. „Die positive Wirtschaftsentwicklung, das harmonische Landschaftsbild, soziale Absicherung, die Erhöhung der Einkommen und die gestiegene Kaufkraft stellen eine praktische und fühlbare Begründung dieser positiven Entwicklung für jeden einzelnen da“, betont Horvath.

„Wir könnten ohne die EU gar nicht mehr sein, mit allen ihren Vor- und Nachteilen. Wir stoßen landauf, landab auf Projekte, die ohne Unterstützung der EU im Burgenland nicht existieren würden.“

Ein Paradebeispiel im Bezirk ist die Sonnentherme, wo seit 1995 100 Millionen Euro investiert wurden. Von den zuletzt investierten 23 Millionen kamen 6,5 von der EU. Eine Studie zeigt, dass 288 neue Jobs geschaffen wurden, davon 123 indirekt in Handel, Gastronomie, etc. Vier geförderte Arbeitsplätze bringen automatisch drei zusätzliche in die Region, so Rezar.

Insgesamt wurden in der Förderperiode 2007 bis 2013 42,4 Millionen Euro für 1.125 Projekte im Mittelburgenland ausbezahlt, davon 19,2 Millionen von der EU, der Rest von Bund und Land. Diese lösten 108 Millionen Euro Gesamtinvestitionen aus. Liszt-Projekte in Raiding, die Ansiedelung der JUFA sowie neuer Betriebe wie Handler-Bau in Neutal, Qualifizierungen im Metallbereich, Pflegehelferinnen-Ausbildungen oder die Fledermausausstellung in Lockenhaus beispielsweise wurden so mitfinanziert.

2014 bis 2020 hat das Burgenland den Status einer Übergangsregion. 73,6 Millionen Euro Fördermittel werden zur Verfügung stehen. „Die Skepsis gegenüber der EU ist groß. Nicht alles ist in Ordnung und es gibt hier und da Verbesserungsbedarf“, gesteht Rezar. „Aber die kritische Haltung gegenüber der EU darf nicht zu Desinteresse führen.“