Erstellt am 22. Dezember 2010, 00:00

45.000 Euro-Kamera alarmiert bei Bränden. UMWELTDIENST BURGENLAND / Nach den beiden Feuern im Vorsortierzelt wurde ein modernes Brandmeldesystem installiert.

Neues Brandmeldesystem: Zur Erkennung von Bränden im Vorsortierzelt, vor dem Gerold Stagl (Wiener Städtische), die UDB-Geschäftsführer Rudolf Haider und Helmut Löffler sowie Landesfeuerwehrkommandant Alois Kögl stehen, wurde eine Infrarot-Thermobildkamera installiert.  |  NOEN
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OBERPULLENDORF / An der Decke der 20 Mal 50 Meter großen Rundbogenhalle hängt eine winzige Kamera, die sich innerhalb von 90 Sekunden einmal um ihre eigene Achse dreht. Es handelt sich um eine Infrarot-Thermobildkamera, die ein „wachsames Auge“ auf den Sperrmüll darunter hat - Tag für Tag, rund um die Uhr.

Der Umweltdienst Burgenland (UDB) hat das landesweit modernste Brandmeldesystem installiert. „Wir haben zwei Mal einen Brand durch Selbstentzündung gehabt. Durch das heterogene Gemisch des Sperrmülls werden Temperaturen über dem Zündpunkt erreicht“, erklärt UDB-Geschäftsführer Rudolf Haider, wie es zu einer solchen Selbstentzündung kommen kann. Der Schaden ist in solchen Fällen enorm. Bei den beiden Bränden im Vorsortierzelt in den Jahren 2009 und 2010 belief sich dieser beide Male auf rund 50.000 Euro.

Deshalb hat man beim UDB innovative Brandmeldesysteme ausgelotet und schließlich 45.000 Euro für die Infrarot-Thermobildkamera samt Sprinklersystem in die Hand genommen. „In Österreich ist dies eine eher seltene Variante. Nur Spittelau und Wels haben ähnliche Systeme. Im kommunalen Bereich gibt es eine solche bis dato nicht“, sagt Haider. Und der zweite UDB-Geschäftsführer Helmut Löffler ergänzt: „Was Brandschutz betrifft, haben wir mit dieser Investition den höchstmöglichen Standard installiert.“

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Während sich die schwenkbare Kamera um ihre Achse dreht, stellt sie automatisch den wärmsten Punkt im Zelt fest. Die von der Kamera aufgenommenen Bilder werden zeitgleich dazu digital auf einem Prozessor ausgewertet und können jederzeit vom Computer abgerufen werden. Die für die Alarmierung relevante Auslösetemperatur liegt bei 300 Grad, im Nachtbetrieb und an den Wochenenden sogar nur bei 80 Grad, weil sich dann keine Fahrzeuge mit heißen Motoren im Zelt befinden. Sollte diese überschritten werden, wird zunächst ein akustisches Signal ausgelöst und ein Sprinkler aktiviert. Danach haben die Mitarbeiter des Umweltdienstes zwei Minuten Zeit, die Situation zu überprüfen und gegebenenfalls den Alarm zu stoppen, sonst wir der Brand nach zwei Minuten direkt an die Feuerwehralarmzentrale gemeldet und die Stadtfeuerwehr Oberpullendorf rückt an.

„Wenn sich das System bewährt, werden wir dieses auch im Sammelzentrum Oberwart installieren“, erklärt Löffler.

Zur Inbetriebnahme des neuen modernen Brandmeldesystems in Oberpullendorf besuchte auch Landesfeuerwehrkommandant Alois Kögl den UDB. „Die Technologie mit der Wärmebildkamera ist sehr zuverlässig. Dieses System ist international erprobt. Wir haben es selbst im neuen Brandhaus eingeführt“, sagt Kögl, der die Initiative des UDB besonders lobt. „Es handelt sich dabei um eine freiwillige Investition, die nicht durch gesetzliche Vorgaben gedeckt ist.“