Erstellt am 29. Dezember 2010, 00:00

524.000 Euro mehr für Feuerwehrhaus nötig. GENEHIMGT / Der Oberpullendorfer Gemeinderat genehmigte einstimmig weitere Mittel für die Fertigstellung des Gebäudes.

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OBERPULLENDORF / Nächstes Jahr soll das neue Feuerwehrhaus bezogen werden können. Wie die BVZ berichtete, hat die Stadtgemeinde dafür das ehemalige Kompetenz- und Innovationszentrum (KIZ) angekauft, die baulichen Adaptierungen laufen. Um das Projekt fertigstellen zu können, werden weitere 524.000 Euro benötigt.

Der offene Finanzierungsbedarf hat laut ÖVP-Bürgermeister Rudolf Geißler mehrere Gründe. Die Kosten für den Schlauchturm wurden falsch eingeschätzt und liegen um 75.000 Euro über den Schätzkosten. Beim Straßenbau hat man laut Geißler Material teilweise auf die Deponie verführen müssen und es hätte ein Erdaustausch stattfinden müssen, wobei Kosten von 45.000 Euro entstanden wären. Weiters benötigt man 75.000 Euro für Einrichtung, 217.000 Euro für die Funktechnik und 100.000 Euro für die Haustechnik, die bei der ersten Kostenschätzung nicht berücksichtigt gewesen sind.

Um die zusätzlichen Mittel aufzustellen, einigte man sich auf drei Schritte: ein Gespräch mit der Feuerwehr über mögliche Einsparungspotenziale, ein Gespräch mit dem Land, um eine höhere Förderung zu erreichen und eine Kreditaufstockung des 2 Millionen-Darlehens für das Feuerwehrhaus auf 2,5 Millionen. Die KG hatte diese Kreditaufstockung vor der Gemeinderatssitzung beschlossen. Der Gemeinderat erteilte dazu einstimmig die Zustimmung.

Kritische Stimmen wurden aber dennoch laut. Nach Anfrage von SPÖ-Vizebürgermeister Markus Perl erklärte ÖVP-Bürgermeister Rudolf Geißler, dass man die Auswirkungen der Kreditaufstockung auf das Honorar für Planung und Bauaufsicht überprüfen wird. „Man braucht keinen Planer, wenn sich die Kosten nachher so erhöhen. 500.000 Euro bei 2 Millionen Euro ist eine Horrorsumme. Wir können uns bald mit Schwechat messen“, kritisierte SPÖ-Stadtrat Gerhard Kruckenfellner. ÖVP-Bürgermeister Rudolf Geißler wies den Vergleich mit dem Skylink als „unpassend“ zurück. „Die Erhöhung ist sicherlich ärgerlich“, meinte Geißler. „Wenn man gleich von 2,5 Millionen Euro Kosten gesprochen hätte, hätten wir sicher auch ja gesagt.“

Bürogebäude und  Fahrzeughalle

Perl stellte fest, dass man ein „recht vernünftiges“ Feuerwehrhaus um 2,5 Millionen Euro bekomme. „Vor fünf Jahren sind wir noch von 3,5 Millionen Euro ausgegangen“, so Perl. Das neue Feuerwehrhaus besteht aus einem Bürogebäude und der Fahrzeughalle. Um diese beiden angekauften Elemente zu verbinden, wurde eine Servicehalle gebaut.

Insgesamt stehen  2.950 Quadratmeter zur Verfügung. Im Bürogebäude gibt es Räume für Stadtfeuerwehr und Bezirkskommando wie Schulungsräume, eine Einsatzleitung für Katastropheneinsätze, ein Schlafraum für Menschen, die wegen eines Brandes ihr Haus verlassen müssen, sowie Räume für die Feuerwehrjugend. Weiters sind Bereiche für das Katastrophenlager für den Bezirk und den Atemschutz vorhanden.

Die Fahrzeughalle verfügt über acht Garagen mit modernster Technik, eine Einsatzzentrale für die Stadtfeuerwehr, Garderoben und Sanitäreinrichtungen und eine Küche. „Diese wird sukzessive ausgerüstet und soll bei Katastropheneinsätzen auch dazu dienen, dass wir andere Wehren versorgen können“, sagt Kommandant Gerald Schmidt. Gebaut wird auch ein 22 Meter hoher Schlauchturm. „Dieser wird dringend gebraucht, denn dort wird die Funktechnik und eine Sirene für Mitterpullendorf angebracht“, erklärt Schmidt. Erst nach Fertigstellung des Funks kann die Feuerwehr übersiedeln.

Freuen sich auf das neue Feuerwehrhaus: Bürgermeister Rudolf Geißler, Vize Markus Perl und Kommandant Gerald Schmidt.

TANZLER