Erstellt am 16. April 2014, 09:01

61 Bürgern stinkt‘s. Einige PilgersdorferInnen fühlen sich durch Gülleausbringung und Geruch von Biogasanlage belästigt.

Auf Facebook und mit einer Unterschriftenaktion machten Bürger ihrem Ärger Luft: Sie sprechen von Gestank durch Gülleausbringung, aber auch durch die Biogasanlage. „Voriges Jahr war es nicht so arg. Jetzt stinkt es fast jeden Tag – oft bestialisch eine halbe Stunde und dann ist es abrupt aus“, brachte eine Bürgerin bei der Gemeinderatssitzung den Ärger auf den Punkt. Einige BürgerInnen waren gekommen, um beim Gemeinderat und den Biogasanlagenbetreibern, der Familie Gremel, vorzusprechen.

„Es tut uns leid, wenn sich Leute gefrotzelt fühlen"

„Dass die Anlage laufend riecht, können wir uns nicht erklären.", meinte Robert Gremel. Diese laufe seit April 2013 und es habe nur einen Störfall gegeben. „Wir haben 3,5 Millionen Euro investiert. In Eurem Sinne holen wir den Gasleitungsbauer her und lassen die Anlage nochmals auf Dichtheit überprüfen“, so Gremel. Betreffend Gülleausbringung meinte er, dass man die modernste Ausbringtechnik benutze.

„Das subjektive Empfinden jedes einzelnen ist sehr unterschiedlich. Es tut uns leid, wenn sich Leute gefrotzelt fühlen. Wenn wir heuer bodennah ausgebracht haben, dann nicht, weil wir jemanden ärgern wollten, sondern weil die Vegetation schon so weit war.“ Dies mache man in ganz Österreich so. Aus Sicht von Bürgermeister Ewald Bürger war die bodennahe Aufbringung allerdings nicht nur alles andere als förderlich fürs Dorfleben, sondern auch rechtlich nicht gestattet.

„Wir wollen versuchen miteinander Lösungen zu finden"

Bürger bezieht sich dabei auf § 7 Absatz 4 der Verordnung des Lebensministeriums über das Aktionsprogramm Nitrat 2012. Dort heißt es: „Die Einarbeitung im Zuge der Ausbringung von Gülle, Jauche und Klärschlamm auf landwirtschaftlichen Nutzflächen ohne Bodenbedeckung soll optimalerweise binnen vier Stunden vorgenommen werden, zumindest jedoch während des auf die Ausbringung folgenden Tages.“

In diesem Sinne fordert Bürger auf, die Gülle nur direkt in den Boden einzubringen. Weiters bittet er die Betreiber zu überprüfen, ob Gas austritt. „Wir wollen versuchen miteinander Lösungen zu finden, mit denen sowohl der Betreiber leben kann als auch die Bewohner zufrieden sind“, so Bürger.