Erstellt am 05. Dezember 2012, 09:16

Acht Prozent weniger Schüler bis 2030. Schulbesuchsprognose | Der Trend in der Statistik zeigt, dass sich die Zahl der Schüler bis 2030 verringern wird.

BEZIRK OBERPULLENDORF | Vor Kurzem publizierte die Statistik Austria die regionalisierte Schulbesuchsstatistik bis 2030. Insgesamt werden laut dieser bis zum Schuljahr 2030/31 acht Prozent weniger Schüler im Mittelburgenland die Schule besuchen (genaue Daten siehe Grafik rechts). „Die Auswirkungen dieser Schülerzahlen sind schwer zu prognostizieren“, so Bezirksschulinspektor Reinhard Goger. „Vor allem in Gegenden mit starker Abwanderung ist es durchaus möglich, dass wir an die Grenze kommen und dass vor allem Ortsteilschulen geschlossen werden.“

Bei der sogenannten Trendvariante der Schulbesuchsstatistik werden auch Veränderungen in der Schulwahl berücksichtigt. In der Statistik zeigt sich ein Trend von der Neuen Mittelschule zur Unterstufe des Gymnasiums. „Das kann man erklären: Genau in diesem Schuljahr hat es einen Trend zur AHS gegeben, weil die Eltern mit vielen Fragezeichen in puncto Neue Mittelschule konfrontiert waren“, so Goger. „Jetzt ist der Prozess zur Neuen Mittelschule abgeschlossen. Ich bin davon überzeugt, dass die Eltern und Kinder den Schultyp der Neuen Mittelschule wieder wahrnehmen werden“, ist sich Goger sicher.

Neue Mittelschule ist jetzt Regelschule

Seit diesem Schuljahr ist die Neue Mittelschule auch Regelschule. Ob bei dieser wie beim Vorgängermodell, der Hauptschule, auch die Schülergrenze von 100 als Kriterium für die Offenhaltung entscheidend ist, ist laut Goger noch nicht sicher. „Das ist derzeit Verhandlungsthema in der Landesregierung. Es ist auch noch keine Tendenz erkennbar.“
Das Gymnasium in Oberpullendorf sei auf 400 SchülerInnen in der Unterstufe ausgerichtet, berichtet Direktor Adalbert Reidinger. Früher wären etwa 25 Prozent der Viertklassler aus den Volksschulen in die Unterstufe des Gymnasiums gegangen, heute sind es etwa 30 Prozent.

Der Direktor erzählt weiters, dass das Gymnasium in Oberpullendorf im Land die stärkste Oberstufe im Vergleich zur Unterstufe hat. „Das kommt daher, weil viele Schüler bei uns bleiben“, so Reidinger. Er rechnet vor, dass etwa 70 bis 90 Schüler jährlich von der Unterstufe in die Oberstufe wechseln. Doch auch österreichweit gäbe es einen Trend zur Oberstufe, so der Direktor weiter.

Handelsschule hat sich neu positioniert

Laut neuester Statistik wird es in den kommenden Jahrzehnten einen Rückgang bei den Schülerzahlen der Berufsbildenden Mittleren Schulen geben. Die Direktorin der Handelsschule und der Handelsakademie, Helene Schütz-Fatalin, meint dazu: „Wir haben hier etwas Neues gemacht. Unsere Handelsschule hat ein eigenständiges Profil mit kooperativem, offenen Lernen. Österreichweit gehen die Schülerzahlen in den Handelsschulen zurück, in Oberpullendorf sind die Zahlen durch das neue Konzept relativ gut.“