Erstellt am 19. März 2014, 10:57

von Wolfgang Millendorfer

AK-Wahlkampf wird härter. Zwei Wochen vor der Arbeiterkammer-Wahl protestieren Hotelier-Plattform und FPÖ gegen FSG-Werbung. Auch zwischen SPÖ und ÖVP „kriselte“ es zuletzt.

Wahlkampf-Einsatz: FSG-Spitzenkandidat und AK-Präsident Alfred Schreiner (2.v.r.) wies mit Christoph Lang, Gudrun Tanczos und Franz Prohaska (v.l.) auf die Situation der Lehrlinge und Arbeitnehmer hin.  |  NOEN, Fotos: BVZ
Von Wolfgang Millendorfer

„Immer für Sie da – doch am Sonntag soll Ruhe sein!“ Das Sujet, mit dem die FSG für eines ihrer Anliegen wirbt, erzürnt im Finale des AK-Wahlkampfs die Hotelier-Plattform „Tourismus im Burgenland“.

Slogan als "falsches Zeichen und nicht zeitgemäß"

Die Vereinigung namhafter Hoteliers, die sich in Sachen Tourismusgesetz zuletzt mit Landesrätin Michaela Resetar anlegte, sieht damit die „Unzufriedenheit“ geschürt: In vielen Branchen – vor allem auch im Tourismus – seien die Mitarbeiter sonntags im Einsatz.
x  |  NOEN, Fotos: BVZ

Plattform-Sprecher Johann Haberl vom Hotel Larimar zur BVZ: „Das ist aus unserer Sicht ein falsches Zeichen und nicht zeitgemäß. Anstatt Klassenkampf zu betreiben, sollte zusammengearbeitet werden, um neue Arbeitsplätze zu schaffen.“

Schreiner: Plakat zielt nur auf den Handel ab

FSG-Spitzenkandidat und AK-Präsident Alfred Schreiner kann die Aufregung aber nicht nachvollziehen: „Wir sind klar gegen die Sonntagsöffnung im Handel. Genau das ist auch auf unseren Plakaten zu sehen. Wer aus der Verkäuferin am Plakat einen Koch macht, der sieht entweder schlecht oder tut das böswillig.“
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Dass sich nun auch die FPÖ zu Wort meldete und der FSG einen „Ausländer-Wahlkampf“ unterstellte, lässt Schreiner ebensowenig gelten: „Immer weniger Betriebe bilden Lehrlinge aus, jammern aber über Fachkräftemangel. Auf ausländische Kollegen greifen die Unternehmer vor allem deshalb zurück, weil sie damit kalkulieren, dass die Arbeitskraft dadurch billiger wird. Für uns haben alle die gleichen Rechte und sind korrekt zu bezahlen.“

Wahlkampfende und der Ton wird schärfer

Der Wahlkampf machte sich zuletzt auch in der Landespolitik bemerkbar: Nachdem Landesvize Franz Steindl und der ÖAAB der SPÖ-Fraktion das „Schüren von Ängsten“ vorgeworfen hatten, bezeichnete SP-Klubchef Christian Illedits die ÖVP als „Bremsklotz in der Arbeitsmarktpolitik“.

Der Ton wird zum Ende des AK-Wahlkampfes deutlich schärfer; mit der EU-Wahl wartet im Mai schon der nächste Prüfstein.