Erstellt am 27. April 2016, 10:22

von NÖN Redaktion

Alle Befunde an einem Ort. Im Rahmen eines Pilot-Projektes bekommen Patienten vor einer Operation die notwendigen Befunde direkt im Spital.

Präsentierten das PRojekt: KRAGES-Geschäftsführer René Schnedl, Gesundheits- und Soziallandesrat Norbert Darabos, Direktor Christian Moder von Burgenländischen Gebietskrankenkasse und Primarius Herbert Tillhof, der interimistische Ärztliche Direktor des Krankenhauses Oberpullendorf.  |  NOEN, Tritremmel

Seit Februar läuft in den Krankenhäusern Oberpullendorf, Kittsee und Güssing das Projekt „Präoperative Diagnostik“. Dabei werden Befunde, die Patienten vor einer Operation brauchen, direkt im Krankenhaus gemacht. Einbezogene Projektpartner sind die Burgenländische Krankenanstaltengesellschaft (KRAGES), der Burgenländische Gesundheitsfonds (BURGEF) und die Burgenländische Gebietskrankenkasse (BGKK).

Darabos: „Patienten die Wege erleichtern“

„Es geht uns darum, den Patient in den Mittelpunkt zu stellen und ihm auch die Wege zu erleichtern“, so Gesundheitslanderat Norbert Darabos. Den Patienten werden damit die Wege zu Fach- und Hausärzten erspart, so Darabos. Auch Doppelbefunde sowie Fälle, in denen es etwa zu alte oder unvollständige Befunde gab, werden so vermieden. Dadurch gibt es auch eine Kostenersparnis. „Wir kommen so zu einer effizienteren Planung der Operationen“, meinte der Gesundheitslandesrat.

Gebietskrankenkassen-Direktor Christian Moder ergänzte: „Nicht alle Personen, die sich einer Operation unterziehen müssen, sind im Krankenstand, müssen aber viele Termine koordinieren. Mit dem Projekt erwarten wir eine Verbesserung des Komforts für den Patienten.“

Kostenersparnis bis  20 Prozent erwartet

Auch eine Kostenersparung von etwa zwanzig Prozent sei möglich, so Moder. KRAGES-Geschäftsführer René Schnedl führte weiter aus: „Regefallpatienten können wir mit der Checkliste abarbeiten, nicht notwendige Befunde werden nicht erstellt. Dadurch werden Ressourcen optimiert.“ Auch der interimistische Ärztliche Direktor des Krankenhauses Oberpullendorf, Herbert Tillhof, erklärte, dass man lediglich in Ausnahmefällen Patienten zum behandelten Arzt verweist. „Wir machen etwa Untersuchungen wie EKG, Lungenfunktions- oder Blutgruppenbestimmung. Die Befunde sind noch am gleichen Tag fertig.“

Darabos betonte, dass das Burgenland durch dieses Projekt Vorreiter sei, da man dieses Angebot als erstes und einziges Bundesland biete. „Im Vordergrund steht die Versorgung am ‚Best Point of Service‘, also dort wo die Leistung aus PatientInnen-, Qualitäts- und Kostensicht am besten erbracht werden kann“, so Darabos. Eine Ausweitung für Oberwart und Eisenstadt sei geplant, jedoch wolle man zuerst in den kleineren Spitälern sehen, wie sich das neue Konzept bewährt.