Erstellt am 26. September 2012, 08:42

Alle sagen Lärm Kampf an. Runder Tisch I | Die BVZ lud die Spitzenkandidaten zur Wahl in Kooperation mit Radio OP ein, das die Diskussion aufzeichnete.

OBERPULLENDORF | Themen, die die Stadt bewegen, diskutierten die Spitzenkandidaten der fünf wahlwerbenden Parteien auf Einladung der BVZ. Ein Thema, dass offenbar allen unter den Nägeln brennt, sind die Nebenwirkungen des Nachtlebens.

Roland Lehner von den Grünen, der als einziger Listenführer nicht zur Bürgermeisterwahl antritt, meint, dass der Lärm am Wochenende das wahrscheinlich dringendste Thema in Oberpullendorf ist. Dass momentan ein Sicherheitskonzeptmachen erstellt wird, sieht Lehner eher kritisch: „Wir drehen uns hier im Kreis, geben viel Geld für eben nichts aus, und stehen genauso da oder sogar noch schlechter als vor zehn Jahren. Das Problem versuchen wir zu lösen, indem wir mit den Leuten reden, indem wir jeden seiner Verantwortung bewusst werden lassen und versuchen gemeinsam eine Lösung zu finden“, so Lehner. „Als letztes müssen härtere Strafen her.“

Zu langsam geht es bei dieser Causa auch der SPÖ. Vizebürgermeisterin Elisabeth Trummer wies darauf hin, dass man schon am 8. Mai die Erstellung eines Sicherheitskonzepts beauftragt habe und erst jetzt Ergebnisse vorliegen. „Man muss diesbezüglich die Bedürfnisse der Wirtschaftstreibenden, der Jugendlichen, aber auch die der Anrainer berücksichtigen“, so Trummer, die eine Vorverlegung der Sperrstunde vorschlug und glaubt, dass man damit Eltern und Anrainern gleichermaßen entgegenkommt.

Von Gesprächen bis hin zu Strafen
Das allerdings sahen die anderen Kandidaten durchwegs eher als kontraproduktiv an. So meinte etwa Stefan Giefing von der FPÖ: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Verkürzung der Sperrstunde der Lokale viel Erfolg bringt. Es gibt genug Privatpartys und dann passiert das Gleiche wieder. Man schadet mit der Sperrstunde nur der Gastronomie und Ältere haben dann auch nicht die Möglichkeit, länger zu bleiben.“ Dass Leute mit 16 Jahren wählen gehen dürfen, aber nicht wissen, wie man sich richtig auf der Straße verhält, verstehe er nicht. „Da müsste man dann eingreifen und eventuell mit Strafen oder Androhung von Strafen dagegen wirken“, so Giefing.

Renate Sulyok (LBL) zeigte durchaus Verständnis für den Wunsch der Jugend nach Partys. „Es wird dann leider vergessen, dass Feiern und Party nichts mit Verschmutzung und Zerstörung zu tun haben. Mir wäre da wichtig, dass man die Jugend mit Foldern und Gesprächen in den Schulen aufklärt und den Eltern sagt, dass das eben nichts mit Feiern zu tun hat. Was ganz wichtig wäre ist, dass man der Polizei nicht alles zuschieben kann. Ich bin aber der Meinung, dass es besser wäre wenn mehr Polizeipräsenz vorhanden wäre, ausgestattet aber auch mit den Befugnissen.“
Bürgermeister Rudolf Geißler wies darauf hin, dass man viele der angesprochenen Maßnahmen in der Vergangenheit schon probiert habe. „Ich habe eine einfache, schnelle Lösung bis jetzt nicht gesehen“, so Geißler. „Es kann nur gelingen, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Es gehören Gespräche mit Schulen, Polizei, Gastronomen und der Bezirkshauptmannschaft geführt.“