Ritzing

Erstellt am 16. November 2016, 05:58

von BVZ Redaktion

Ritzing: Volksabstimmung über die Leichenhalle. SPÖ sammelte 250 Unterschriften, damit über von ÖVP und LFR gefassten Gemeinderatsbeschluss nochmals abgestimmt wird.

Symbolbild  |  NÖN/APA, APA

In Ritzing gibt es Pläne zur Erweiterung der Leichenhalle. Zurzeit gibt es 70 Sitzplätze. „Die Gegebenheiten haben sich verändert. Jetzt findet das Requiem vor dem Begräbnis in der Leichenhalle statt. Familien, Freunde und Bekannte können sich nicht ehrwürdig verabschieden.

Beziehungsweise müssen andere Besucher des Begräbnisses vor der Leichenhalle stehen und sind Wind und Wetter ausgesetzt“, schildert Bürgermeister Walter Roisz (ÖVP).

Kostenschätzungen bei rund 100.000 Euro

Im Gemeinderat wurde mit Stimmen der ÖVP und Liste für Ritzing (LFR) die Erweiterung der Leichenhalle, die Schaffung eines Urnenhains und die Fertigstellung der Einfriedung (Zaun) mehrheitlich beschlossen. Die SPÖ stimmte gegen das Projekt.

„Die SPÖ Ritzing ist der Meinung, das Projekt ist zu teuer. Der Charakter der Leichenhalle wird nicht verändert, sondern nur die Sitzplätze verdoppelt. Kostenschätzungen hierfür betragen 90.000 bis 100.000 Euro netto“, so Roisz.

Roisz: „Leute wurden bewusst belogen“

Die SPÖ Ritzing sammelte 250 Unterschriften, damit zu diesem Thema eine Volksabstimmung gemacht wird. Anschließend beschloss der Gemeinderat einstimmig, dass es eine Volksabstimmung am 29. Jänner geben wird. Die Bürger sollen dann entscheiden, ob der bereits gefasste Gemeinderatsbeschluss zum Thema Erweiterung der Leichenhalle vollzogen wird oder nicht.

„Als die SPÖ die Unterschriften gesammelt hat, belog man die Leute bewusst. Ich habe etliche Personen gefragt, ob sie den Gemeinderatsbeschluss kennen und ich bekam Nein als Antwort. Das Projekt war mit 70.000 Euro budgetiert und könnte jetzt schon fertig sein“, ärgert sich Bürgermeister Walter Roisz.

„Platz reicht bei neun von zehn Begräbnissen“

SPÖ-Parteiobmann Ewald Obermaier meint dazu: „Wir sind nicht gegen eine Adaptierung der Leichenhalle, wir haben jedoch das Problem, dass eine Kostenschätzung für einen Gemeinderatsbeschluss zu wenig ist.“ Außerdem sei das Bauvolumen aus Sicht der SPÖ zu hoch, es gäbe in Ritzing nämlich noch andere „Baustellen“ wie Schule, Kindergarten oder Infrastruktur.

„Wir haben etwa bis zu zehn Begräbnisse pro Jahr in Ritzing, und bei neun ist der Platz ausreichend“, argumentiert Obermaier. Grundsätzlich sei man seitens der SPÖ auch nicht gegen einen Urnenhain, hält er fest.

SPÖ-Vizebürgermeister Johann Reiszner meint in Bezug auf die Unterschriftenliste, dass auf dieser explizit angeführt ist, dass der Unterschreiber die Durchführung einer Volksabstimmung verlange. „Das, was der Bürgermeister sagt, ist die Unwahrheit“, kontert Johann Reiszner.