Erstellt am 01. April 2015, 08:54

Anrainer gegen Bau einer Halle. Einige Anrainer nahmen die Gemeinderatssitzung zum Anlass, um mit ihren Bedenken zum Projekt der Firma Schlögl Ei vor dem Gemeinderat vorstellig zu werden.

Bauarbeiten - Symbolfoto  |  NOEN, Erwin Wodicka

Rund 20 Zuhörer verfolgten die Gemeinderatssitzung – die meisten wegen Tagesordnungspunkt 8 „Flächenwidmungsplanänderung“. Dazu liegt ein Antrag der Firma Schlögl Ei vor, ein Grundstück im Anschluss an den bestehenden Betrieb in Betriebsgebiet umzuwidmen.

„Der Betrieb hat sich gut entwickelt und wir wollen diesen zukunftsorientiert ausrichten“, erklärt Anton Schlögl. So ist der Zubau von zwei Lagerhallen in zwei Bauabschnitten mit gesamt rund 2.500 Quadratmetern geplant.

Bürgermeister Rudolf Geißler führte aus, dass es Einwände von den Anrainern und bereits zwei Anrainerversammlungen mit den Betreibern gegeben habe, wobei vom Planer leichte Adaptierungen gemacht wurden.

„Lebensqualität soll nicht verloren gehen“

Die Sorgen der Anrainer reichen von Geruchsbelästigung und Lärmentwicklung über die einer Wertminderung ihrer Grundstücke bis zur Optik.

So meinte eine Anrainerin: „Stellen Sie sich vor, wenn Sie nach der Sitzung auf die Hauptstraße rausgehen, dass sie vor einer acht Meter hohen Mauer – etwa so hoch wie das Gemeindeamt – bis zum Gasthof Krail stehen. Das ist geplant, wenn die Gemeinde umwidmet. Uns geht es darum, dass die Lebensqualität nicht verloren geht.“

In die gleiche Kerbe schlug eine andere Anrainerin: „Kein Betrieb steht in so unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern. Denkt an unsere Lebensqualität bei der Abstimmung.“

Ein Anrainer meinte, ihm gefalle der Vorschlag des Bürgermeisters, dass sich die Gemeinderäte vor Ort ein Bild machen sollen. „Wir Oberpullendorfer ersuchen, auf die Oberpullendorfer zu schauen, nicht auf die Stoober“, so der Mann in Hinblick darauf, dass die Firma an der Hottergrenze zum Großteil in Stoob steht.

„Ich will auf Wünsche der Anrainer eingehen“

„Ich will die Anrainer nicht vor den Kopf stoßen und auf ihre Wünsche eingehen, auch wenn es Mehrkosten bedeutet“, erklärt Schlögl. So würde er Bäume als Grünschutzgürtel pflanzen, die Mauer begrünen und einen Abstand von rund sieben Metern zu den Nachbarn einhalten.

Eine Geruchsbelästigung gibt es seines Erachtens seit Ankauf eines eigenen Lkw für den täglichen Abtransport von Bioabfällen nicht mehr. „Wenn jemand eine solche wahrnimmt, soll er den Bürgermeister anrufen und wir schauen uns das gemeinsam vor Ort an“, so Schlögl. Er habe in der Vergangenheit auch Lärmgutachten machen lassen und man liege überall unter den gesetzlichen Werten. „Durch den Zubau würde es sogar noch besser werden, weil der Betrieb dadurch von den Nachbarn wie ein Hof abgeschottet wird“, so Schlögl.

Für Vizebürgermeisterin Elisabeth Trummer zählen in der Debatte nicht nur Maßstab und Plan, sondern auch die Wünsche der Anrainer. Stadtchef Geißler verwies auf die Anrainerversammlungen und meinte: „Wir sind noch nicht am Ende des Diskussionsprozesses.“