Erstellt am 27. März 2013, 09:39

Aufregung um Handymast. Vertrag einstimmig beschlossen | Bau ist Wunsch der Kaisersdorfer Bevölkerung, bei einigen regt sich jedoch Unmut.

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KAISERSDORF |  Die Gemeinderäte beschlossen einstimmig den Bestandsvertrag zwischen der Gemeinde und der A1 Telekom Austria GmbH. Bürgermeister Erwin Muschitz berichtete auch, dass Alexander Dworak eine Eingabe gemacht hätte und diese auch den beiden Fraktionen zugegangen wäre. Dazu gab es keine weitere Wortmeldung. Dworak war ebenfalls anwesend und wollte sich auch bei der Gemeinderatssitzung am Freitag dazu äußern. „Laut Gemeindeordnung dürfen sich Zuhörer bei der Sitzung nicht äußern“, so der Ortschef.
In dem Schreiben erklärt Dworak, dass er eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung von Kaisersdorf fordert. Dabei sollen Vertreter von A1, der Arzt Piero Lercher, Umweltreferent der Wiener Ärztekammer, und Eva Rath von der Plattform Mobilfunk-Initiativen eingeladen werden. „Ich bin Bürger von Kaisersdorf, ich möchte eine Kopie des Vertrages, damit ich mich damit auseinander setzen kann“, so Dworak. Sonst könnte er sich vorstellen, etwa eine Unterschriftenaktion zu starten. Hinter ihm stünden noch etwa zehn Personen, erklärt er. Außerdem führt er aus, dass das bestehende Glasfasernetz und Leerverrohungen im Gemeindegebiet vorhanden wären. „Ich bin nicht gegen den Mobilfunk zum Telefonieren. Dieser ist aber eigentlich nicht für die Übertragung großer Datenmengen geeignet“, so Dworak.

Messungen über die derzeitige Strahlung
Außerdem sollen seiner Meinung nach Messungen zeigen, wie hoch die Belastung durch hochfrequente elektromagnetische Felder (HF-EMF) derzeit ist. „Der Grenzwert liegt für die Summe aller Immissionen bei 1 Milliwatt pro Quadratmeter“, so Dworak. Erst wenn man weiß, wie hoch die Belastung derzeit bereits ist, könne man errechnen, wie hoch die Strahlung des neuen Senders sein könne, um unter dem Grenzwert zu bleiben. Die Strahlung müsse zudem auch regelmäßig kontrolliert werden. Für den Bau des Senders verweist er auf die Anleitungen des „Leitfaden Senderbau“ der unter anderem von der AUVA, der Arbeiterkammer, der österreichischen Ärztekammer, der Wirtschaftskammer und zwei weiteren Institutionen herausgegeben wurde.
Bürgermeister Erwin Muschitz entgegnet: „Ich mache keine Informationsveranstaltung mehr, ich habe gerade erst zur Gemeindeversammlung geladen.“ Diese fand Anfang des Monats statt. Dort hätte Dworak seine Bedenken öffentlich kundtun und auch diskutieren können. „Ich war zu der Zeit noch mit dem Bürgermeister im Gespräch und hätte es als in den Rücken Fallen gesehen“, erklärt Dworak.

Muschitz berichtet, dass er bis jetzt keine einzige Anfrage oder Beschwerde erhalten habe, eher im Gegenteil: „Es ist der Wunsch der Bevölkerung, dass wir den Mobilfunk ausbauen.“ Vor der Wahl habe man auch mittels Fragebogen eine Umfrage gemacht, bei der es großes Interesse am Ausbau gab. Es sei aber an sich kein Problem, dass Dworak den Vertrag einsehen kann.

Kaisersdorfs Vizebürgermeister Reinhold Bader (ÖVP) meint: „Ich bekenne mich natürlich zusammen mit dem gesamten Team der ÖVP zum beschlossenen Handymast in Kaisersdorf.“ Die Bevölkerung sei rechtzeitig informiert worden und es war dies auch der überwiegende Wunsch der Ortsbevölkerung, so Bader.
Vonseiten der Telekom heißt es, dass man „mit dem einen Anrainer, der sich gegen diese Mobilfunkanlage ausgesprochen hat, Kontakt aufnehmen wird.“ Außerdem halte man sich an alle geltenden Sicherheitsnormen und gesetzlichen Rahmenbedingungen beim Bau des Handymastes.