Erstellt am 28. März 2012, 06:54

Ausgezeichnet menschlich. PREIS VOM MINISTERIUM / Die 4a-Klasse der Volksschule wurde anlässlich des europäischen „Talent Day“ geehrt.

VON MICHAELA GRABNER

OBERPULLENDORF / Landesschulratspräsident Gerhard Resch sitzt im Rollstuhl. Ein Schülerin reicht ihm ihre beiden Hände, ein anderer Schüler steht hinter dem Rollstuhl. Zur Musik von „Brüderchen komm tanz mit mir“ zeigen die Kinder der 4a-Klasse einen Tanz, den sie mit den Bewohnern des Altenwohnheims Oberpullendorf getanzt haben. Im Rahmen des Projekts „Alt und jung - Kinder bringen ‚Alte‘ in Schwung“ kam es zu sechs verschiedenen Begegnungsprojekten, bei denen Kinder und alte Menschen unter anderem miteinander gezeichnet, gebastelt und Punsch zubereitet haben. „Ich bin froh, dass die Kinder zu uns kommen. Sie überraschen uns immer wieder aufs Neue“, meinte eine Bewohnerin über das Projekt. Mindestens genauso positiv wird dieses von den Schülern erlebt, die beispielsweise meinen „Wir haben immer Spaß miteinander“, „Ich lerne von den alten Leuten und sie lernen von mir“ oder „Im Altenwohnheim ist es cool“.

Anlässlich des Europäischen Tags der Talente, dem „Talent Day“, der Begabungen und Talente der Jugendlichen in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stellt, wurden auch andere auf das außergewöhnliche Projekt in Oberpullendorf aufmerksam. Denn heuer stand der Tag ganz im Zeichen des 2012 ausgerufenen europäischen Jahrs des aktiven Alterns und der generationenübergreifenden Solidarität. „Die soziale Begabung, die ihr gezeigt habt, ist beeindruckend“, meinte die zuständige Koordinatorin für Begabtenförderung, Karin Hütterer. Gemeinsam mit Landesschulratspräsident Gerhard Resch konnte sie im Namen des Unterrichtsministeriums, des Österreichischen Zentrums für Begabtenförderung und Begabungsforschung, des European Council for High Ability und des Landesschulrats das Projekt der 4a-Klasse rund um Lehrerin Doris Westhoff mit einer Anerkennungsurkunde und 900 Euro auszeichnen. „Ein Talent ist, wenn man siebzehn Sprachen kann, ein Talent ist aber auch, wenn man im Bereich der Menschlichkeit miteinander arbeitet. Projekte im Bereich der Menschlichkeit sind viel wichtiger als junge Kinder in hochwissenschaftliche Experimente hineinzudrängen“, meinte Resch. Und auch Volksschuldirektorin Elisabeth Seifried gratulierte ihrer Kollegin und den Kindern zum tollen Projekt: „ Wir wollen ein Talent unterstreichen, dem oft nicht so viel Beachtung geschenkt wird, das aber wichtig ist für die Gemeinschaft, soziale Kompetenz. Die Kinder haben eine enorme soziale Kompetenz entwickelt.“