Erstellt am 29. April 2015, 08:20

von RED

Güterverkehr: Warten auf Betreiber. Nach Kauf der Strecke durch Privaten im Jahr 2013 gibt es für Güterverkehr derzeit keine Lösung.

Holztransporte: Diese wurden in der Vergangenheit oft auf der Bahnstrecke Oberloisdorf-Deutschkreutz durchgeführt.  |  NOEN, BilderBox.com / Erwin Wodicka

Der Güterverkehr auf der Strecke zwischen Oberloisdorf und Deutschkreutz war auch Inhalt des Vertrages, mit dem die Draisinentour im Bezirk erhalten wurde. Im Dezember 2012 war die Strecke mangels Wirtschaftlichkeit von der Rail Cargo Austria, die innerhalb der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) für die Abwicklung des Güterverkehrs verantwortlich zeichnet, eingestellt worden. Im Sommer 2013 gab man dann bekannt, dass eine Kooperation von Land, Gemeinden und Sonnenland Railtour Güterverkehr und Draisine sichern soll.

„Wir haben Verpflichtung, dass wir 10 Jahre eine Anschlussbahn garantieren, damit jemand eine Eisenbahn führen kann“, so Günther Glöckl, Geschäftsführer der Sonnenland Draisinentour GmbH. Diese hatte die Eisenbahnstrecke zum Zweck des Weiterbetriebs der Infrastruktur und zur Führung von Güterverkehr und des Draisinentourbetriebs von den ÖBB erworben und wurde bei diesem Vorhaben durch eine finanzielle Förderung seitens der Gemeinden des Bezirks und des Landes unterstützt. Glöckl führt auf Anfrage der BVZ aus, dass er in dieser Hinsicht für jede Sache bereit sei, er es aber nicht selbst machen könne. „Ich bin Eisenbahnfan, wenn jemand da ist, der fährt, bin ich der erste, der ihn unterstützt“, erklärt er.

Nach wie vor viele Güter auf Schiene

Burgenlands Verkehrskoordinator Peter Zinggl meint zum Eisenbahnbetrieb: „Grundsätzlich ist es so, dass es sich nach der Liberalisierung um einen marktoffenen Betrieb handelt.“ Das heißt, dass die Eisenbahnnetze privaten Anbietern zugänglich gemacht werden. Günter Glöckl sei verpflichtet, dass wenn jemand auf der Strecke fahren will, das auch kann und das ohne Diskriminierungen – also zum gleichen Entgelt für alle. Für das Land sei es nicht leicht, hier einzugreifen, da es sich um einen liberalen Markt handelt. „Nichtsdestotrotz werden wir, wenn das nicht in die Gänge kommt, schauen, welche Maßnahmen wir setzen können“, so Zinggl. Hier verweist er auf Steuerungs- und Projektmanagementmaßnahmen, die möglich wären.

Da der Markt liberalisiert wurde, wird auch viel vom Markt selbst reguliert, das heißt, dass es Strecken gäbe, wo es sinnvoll und kostengünstig am besten ist, so Zinggl. Es sei auch jetzt nach wie vor so, dass viele Güter mit der Bahn transportiert werden – allerdings anders verteilt. Neben dem Bahnhof Deutschkreutz werden nun auch Oberwart, Aspang oder Wulkaprodersdorf angefahren.