Oberpullendorf

Erstellt am 28. Februar 2018, 05:52

von Michaela Grabner

Oberpullendorfer Schüler studiert bereits an Uni . Raphael Tarita besucht die siebente Klasse des Gymnasiums „Franz Liszt“ Oberpullendorf, legt aber auch schon Prüfungen an der Universität Wien in Informatik ab.

Studium bereits vor der Matura: Der Deutschkreutzer Raphael Tarita besucht parallel zum Gymnasium Oberpullendorf die Universität Wien als außerordentlicher Student. Die Reaktionen seiner Mitschüler auf seinen vorzeitigen Studienbeginn beschreibt er mit „neutral bis wohlwollend“.  |  zVg

Einmal pro Woche verlässt Raphael Tarita den Unterricht am Gymnasium „Franz Liszt“ Oberpullendorf zwei Stunden früher, um mit dem Zug von Deutschkreutz nach Wien an die Universität zu fahren. Der Gymnasiast, der die siebente Klasse besucht, ist seit Herbst als außerordentlicher Student in Informatik inskribiert.

Wie andere Studenten legt Raphael Tarita Prüfungen ab, die er für den Abschluss seines Studiums braucht. „Ich habe nicht die Zeit, einen gesamten Semesterplan abzuarbeiten, weil ich ja trotzdem in der Schule bin“, schildert Tarita. Dennoch ist das erste Semester aus seiner Sicht sehr gut verlaufen. „Ich habe die besuchte Lehrveranstaltung Programmierung I mit einer Eins abgeschlossen“, erzählt er.

„Das Interesse, das in mir steckt , ist die treibende Kraft. Das macht es auch aus, warum ich das durchziehe.“Das Interesse an der Informatik ist Raphael Tarita bis zu einem gewissen Grad in die Wiege gelegt – sein Vater ist Softwareentwickler

Dass der Schüler bereits vor der Matura an der Universität gelandet ist, verdankt Raphael Tarita vor allem seinem Klassenvorstand Paul Fraller. „Am ersten Schultag dieses Schuljahres hat mich mein Klassenvorstand angesprochen, dass er nachgedacht hat, wie ich mehr gefördert werden könnte. Er unterrichtet mich in Mathematik und Physik und hat gemerkt, dass ich mich unterfordert fühle. Und er hat mein Interesse gesehen, dass ich mich für mehr interessiere, als im Rahmen der Schule verlangt wird“, so Tarita.

Dabei ist er auf das Österreichisches Zentrum für Begabtenförderung und Begabungsforschung (ÖZBF) aufmerksam geworden. Nach einer Einverständniserklärung von Eltern und Schule und einem Motivationsschreiben von Raphael Tarita selbst, warum er für ein vorzeitiges Studium aus seiner Sicht geeignet sei, durfte er inskribieren. „Ich wäre selbst nicht auf die Idee gekommen“, meint er.

Im Sommersemester möchte Tarita mit der Lehrveranstaltung „Mathematische Grundlagen der Informatik“ weitermachen. „Ich weiß, dass ich mehr als andere zu tun habe, weil ich die Stunden in der Schule, die ich nicht besuchen kann, nachholen muss. Aber das ist es mir wert“, so Tarita. Nach der Matura will er den Bachelor in Informatik machen und anschließend den Master in Bioinformatik an der Kepler-Uni in Linz.