Erstellt am 08. August 2012, 00:00

Besondere Puppenstube. MUSEUM / Herta Feichtinger-Altdorffer präsentiert ihre eigenen nach Waldorf-Art hergestellten Puppen und andere mehr.

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VON MICHAELA GRABNER
OBERPULLENDORF / Ein gesamtes Kasperltheater-Ensemble vom Kasperl bis zum Zauberer ist hübsch aufgereiht vor dem bunten Rundbogenfenster. Auf einem Tisch davor stehen putzige kleine Blumenkinder in unmittelbarer Nachbarschaft von Schneeweißchen und Rosenrot. Von der Decke baumeln zwei bunte Marionetten.

In der Augasse 7 eröffnet Herta Feichtinger-Altdorffer, die selbst seit Jahren Puppen nach Waldorf-Art herstellt, im September ein Puppenmuseum. „Auch wenn noch nicht alles vollständig ist“, erklärt sie, denn im Laufe der Zeit möchte sie die Ausstellung sukzessive erweitern.

Feichtinger-Altdorffer, die die Hochschule für darstellende Kunst und Musik in den Sparten Blockflöte und Klavier absolviert hat, kam eigentlich durch ihren Sohn zu den Puppen. Aufgrund einer Behinderung besuchte dieser eine Schule in Wien, wo nach den Prinzipien der Waldorf-Pädagogik unterrichtet wurde. Dort nähte sie für Schulbasare ihre ersten Puppen und ist danach beim Puppennähen geblieben.

„Der Hintergedanke bei einer Waldorf-Puppe ist der, dass man dem Kind als Mutter selbst eine Puppe macht“, betont Feichtinger-Altdorffer. Bei diesen Puppen ist alles Handarbeit mit natürlichen Rohstoffen. „Alles wird genäht. Auch das Gesicht wird geformt“, schildert Feichtinger-Altdorffer, die ihr Wissen mittlerweile als Kursleiterin in Kursen für Marionettennähen und Puppennähen weitergibt, die Teil der Ausbildung für Waldorf-Kindergärtnerinnen ist.

„Ich möchte vermitteln, was an Ideen und Grundsätzen dahinter steckt, Kinder lernen beim Anziehen der Puppe eine Masche zu binden, Knöpf auf- und zuzumachen. Die Feinmotorik wird also sehr gefördert. Was Waldorf eigentlich ist, war in den vergangenen Jahren nur in Insiderkrisen bekannt. Ich bin der Meinung, dass mehr Leute darüber Bescheid wissen sollen“, erklärt sie.

Von Puppennähkursen bis  zu Marionettentheatern

 

Kurse und Workshops im Puppennähen plant Feichtinger-Altdorffer daher neben Kasperl- und Marionettentheater auch im entstehenden Puppenmuseum. Es soll möglicherweise auch anderen Künstlern dienen. So hat Feichtinger-Altdorffer eine Freundin, die bei einem Workshop von den PuppennäherInnen. Porträts malen möchte. Auch rund ums Material, das bei den Puppen zum Einsatz kommt, könnte sie sich Kurse vorstellen zum Beispiel Filzen.

Wie eine Puppe entsteht, will Feichtinger-Altdorffer auch in der Ausstellung des Puppenmuseums demonstrieren, die sie vorerst alle 14 Tage am Wochenende geöffnet halten will, gegen telefonische Voranmeldung auch unter der Woche. Eines ist ihr wichtig: „Meine Puppen sind Puppen zum Anfassen. Sie können künstlerisch sein, auch wenn es Puppen für den täglichen Gebrauch sind. Mir ist es ein Anliegen, dass wirklich Kinder damit spielen.“