Erstellt am 01. Juli 2015, 08:14

von NÖN Redaktion

Bezirk verliert Bürger. Laut neuester Statistik haben zwölf Gemeinden im Bezirk im Vergleich zum Vorjahr Einwohner verloren.

Einer der jüngsten Mittelburgenländer: Luis Hruby, im Bild mit Mama Beate, kam am 1. Jänner Schlag Mitternacht im Krankenhaus Oberpullendorf zur Welt. Er war damit sogar Österreichs Neujahrsbaby 2015.  |  NOEN, Grabner

37.622 Einwohner hat der Bezirk laut neuester Bevölkerungsstatistik, seit dem Jahr 2002 hat das Mittelburgenland 0,4 Prozent an Einwohnern verloren. In den vergangenen zehn Jahren konnten 12 Gemeinden eine positive Bevölkerungsentwicklung verbuchen, 16 dagegen eine negative. Am stärksten verlor Großwarsdorf. „Es ist eine traurige Situation von der wir bereits wissen und wir spüren, dass die Bevölkerung überaltert ist“, so Großwarasdorfs Ortschef Rudi Berlakovich. Man könne seitens der Gemeinde Kinderbetreuung von 7 bis 17 Uhr anbieten, das sei eine erste Reaktion auf die Situation.

Auch in Frankenau-Unterpullendorf hat man in den vergangenen zehn Jahren 7,28 Prozent an Einwohnern verloren. Bürgermeister Anton Blazovich (ÖVP) meint dazu: „Wir bieten einen finanziellen Zuschuss, wenn sich zum Beispiel jemand in der Großgemeinde ein Haus kauft und wir fördern zum Beispiel bei der Anschaffung einer Fotovoltaikanlage oder einer neuen Heizung. Weiters haben wir günstige Bauplätze geschaffen.“

Leider habe die Gemeinde wenige Arbeitsplätze und durch das Parkpickerl in Wien müssen viele Menschen dort einen Hauptwohnsitz anmelden, meint er weiters.

"Geburten werden weniger, Sterbefälle mehr"

Dies sieht auch Johann Balogh, SPÖ-Bürgermeister von Nikitsch (minus 5,15 Prozent bei der Bevölkerung) als ein Problem an. „Die Geburten werden weniger und die Sterbefälle werden immer mehr. Die Bevölkerung ist überaltert, dafür gehen die Einwohnerzahlen zurück. Im Bezirk gehören mehr Arbeitsplätze geschaffen, damit die Leute hier bleiben“, führt Balogh weiter aus. Die demografische Entwicklung sieht auch Weingrabens SPÖ-Bürgermeister Peter Kohlmann (minus 5,15 Prozent) in seiner Gemeinde überaltert.

„Es gibt jährlich drei bis vier Mal so viele Sterbefälle wie Geburten.“ In Weingraben versuche man die Jugend an den Ort zu binden, etwa durch die Unterstützung von Jugendclubs oder dem Ausbau der Spielstätten wie die des Sportvereins, so Kohlmann weiter.

Auch wenn die derzeitige Statistik für den Bezirk negativ ausfällt: laut Regionalprognose der ÖROK (Österreichische Raumordnungskonferenz) wird der Bezirk Oberpullendorf in den nächsten Jahrzehnten wachsen und im Jahr 2075 sogar die 40.000er-Marke überschreiten.


Prognose

Bevölkerung Bezirk Oberpullendorf:

  • 2020: 37.858

  • 2030: 38.444

  • 2050: 39.078

  • 2075: 40.224

Quelle: Regionalprognose der ÖROK ((Österreichische Raumordnungskonferenz)