Erstellt am 14. Januar 2015, 06:44

von APA Red

Studentin erlebte Terror von Paris. Die ehemalige Schülerin des Gymnasiums Oberpullendorf Eva Liebentritt ist geschockt über die Ereignisse in Paris.

Studiert zurzeit in Paris: Eva Liebentritt, Ex-Schülerin des Gym Oberpullendorf. Foto: zVg  |  NOEN, zVg

Die Terroranschläge in Paris schockten in der Vorwoche die ganze Welt. So auch Eva Liebentritt, ehemalige Schülerin des Gymnasiums Oberpullendorf, die zurzeit aufgrund ihres Studiums seit mittlerweile fünf Monaten in Paris wohnt.

„Man hatte Angst, es könnte jederzeit wieder passieren“

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„Es ist schrecklich, was vergangene Woche hier passiert ist und die Tragik ist kaum in Worte zu fassen“, schildert Liebentritt. Die Stimmung in Paris ist sehr angespannt und der Schock in der Bevölkerung sitzt nach wie vor tief.

Für Liebentritt war es ein ganz komisches Gefühl, das Haus zu verlassen.

„Man hatte Angst, es könnte jederzeit wieder passieren. Man macht sich viele Gedanken und realisiert, dass es jeden hätte treffen können. Man muss sich nur zur falschen Zeit am falschen Ort befinden“, so Liebentritt.

Nach dem Terror sei es auf den Straßen leer gewesen und man hätte fast permanent die Sirenen der Polizeiautos gehört, in den Metros habe seltsame Stille geherrscht.

„Leute sind danach sofort auf die Straße gegangen, haben Anteilnahme gezeigt und protestiert. Überall konnte man ‚Je suis charlie‘ lesen, denn durch das Social Web wurde eine Welle ausgelöst, die sich auf der ganzen Welt unglaublich schnell verbreitet hat“, fügt Liebentritt hinzu.

Kampf der Religionen und Kulturen scheint zu drohen

In Paris kehre nach und nach Ruhe ein und das tägliche Leben laufe weiter. Liebentritt ist der Meinung, dass dieses Attentat viel verändert und einen Stein ins Rollen gebracht hat.

„Mit dem Attentat wurde die Meinungsfreiheit und somit die Demokratie angegriffen. Es macht mich unglaublich traurig und ich fühle mich sehr betroffen aufgrund dessen, was passiert ist. Was jetzt aber besonders wichtig ist, ist Bewusstsein dafür zu schaffen, dass dieses Attentat nicht mit dem Islam gleichzusetzen ist. Es ist nun auch unsere Aufgabe gegen zunehmenden Islamhass und Fremdenfeindlichkeit anzukämpfen“, so Liebentritt.

Für die Studentin ist das Problem, dass ein Kampf der Religionen und Kulturen zu drohen scheint. „Wir müssen gemeinsam, egal welcher Glaube oder Religion, gegen jegliche Form von Radikalismus und Terrorismus kämpfen.“ Aus diesem Grund nahm Liebentritt beim Trauermarsch am Montag teil.

„Der Verkehr war lahm gelegt, alle Menschen waren auf der Straße, um ihre Solidarität zu zeigen und ein Zeichen gegen den Terror zu setzen. Es war Gänsehautfeeling pur und wahnsinnig berührend, bei diesem historischen Ereignis dabei gewesen zu sein.“