Erstellt am 28. Oktober 2015, 04:52

von NÖN Redaktion

Gefahr am Straßenrand. Vor allem in der Dämmerung und in den Nachtstunden ist im Straßenverkehr Vorsicht geboten.

Wild als Unfallursache. Bis Mitte Oktober wurden im Bezirk 370 Verkehrsunfälle mit Wild angezeigt. Das Bezirkspolizeikommando ruft dazu auf, jeden Unfall zu melden.  |  NOEN, Foto: Bilderbox.com

370 angezeigte Verkehrsunfälle mit Wild gab es heuer vom 1. Jänner bis Mitte Oktober laut Bezirkspolizeikommando Oberpullendorf. Gerade im Herbst seien Wildtiere immer wieder Auslöser für schwere Unfälle, macht der Sprecher der Kfz-Sektion im österreichischen Versicherungsverband VVO, Erich Leiß, aufmerksam.

„Mit einer bewussten Fahrweise, angepasster Geschwindigkeit und Beobachtung des Straßenraums lassen sich Wildunfälle vermeiden oder zumindest in den Unfallauswirkungen reduzieren“, so Leiß. Auch das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) ruft zu erhöhter Aufmerksamkeit auf: „Die meisten Unfälle ereignen sich zwischen 20 und 22 Uhr abends oder in der Morgendämmerung, wenn die Tiere am aktivsten sind“, erklärt Othmar Thann, Direktor des KFV. Doch auch die Zeit zwischen ein und vier Uhr früh ist angesichts der geringen Verkehrsstärke gefährlich, führt Thann weiter aus.

Oftmals wird die Gefahr, die von Wildunfällen ausgeht, zu wenig ernst genommen: Die gewaltigen Kräfte, die frei werden, wenn Mensch (im Auto) und Tier zusammentreffen, werden meist massiv unterschätzt. „Trifft man mit 50 Stundenkilometern auf ein 80 Kilogramm schweres Wildschwein, wirkt ein Aufprallgewicht von zwei Tonnen auf Fahrzeug und Fahrer“, so Thann.

Warntafeln sollte man ernst nehmen

Das Bezirkspolizeikommando ruft auf jeden Fall dazu auf, die Gefahrentafeln „Achtung Wildwechsel“ ernst zu nehmen. „Wenn man eine solche Tafel sieht, dann sollte man das Tempo auf maximal 80 Kilometer pro Stunde reduzieren, weil das Wild noch die Möglichkeit hat zu reagieren“, so Herbert Karlovit vom Bezirkspolizeikommando.

Vonseiten der Polizei gibt es einmal im Jahr eine Besprechung mit der Bezirkshauptmannschaft, in der Häufungsstellen von Wildunfällen besprochen werden bzw. auch, welche Maßnahmen man setzen kann. Zusätzlich zu den Gefahrentafeln gibt es auch Warntafeln mit blauen Rückstrahlern, diese Reflektoren mögen das Wild nicht, so Karlovits.

Er rät den Verkehrsteilnehmern, vor allem in der Dämmerung und Dunkelheit Vorsicht walten zu lassen, da in dieser Zeit erfahrungsgemäß mehr Wildunfälle passieren. „Wenn es zu einem Wildunfall kommt, gibt es drei Varianten. Das Wild wird angefahren, steht auf und läuft davon oder es bleibt liegen, lebt aber noch oder es ist tot. Auf jeden Fall ist die Polizei zu informieren“, erklärt Karlovits.