Erstellt am 21. September 2016, 10:34

von BVZ Redaktion

Gemeindefinanzstatistik: Jeder hat 1.057 Euro Schulden. Die Gesamtschulden der 28 Gemeinden im Bezirk betragen 39,693.245 Euro.

Freie Finanzspitze: 4,501.623 Euro standen den Gemeinden 2015 für Projekte zur Verfügung.  |  Bilderbox.com

Vergangene Woche wurde die Burgenländische Gemeindefinanzstatistik für das Jahr 2015 präsentiert. 39,693.245 Euro macht der Schuldenstand der 28 mittelburgenländischen Gemeinden aus. Legt man dies auf die Einwohnerzahl um, so hätte jeder Mittelburgenländer 1.057 Euro Schulden. Das sind um 60 Euro mehr als im Jahr 2014.

Die Statistik wurde von Landesrätin Astrid Eisenkopf (SPÖ) präsentiert. „Unsere Gemeinden haben in Summe den positiven Weg der letzten Jahre erfolgreich weitergeführt. Trotz höherer Investitionen, stagnierender Ertragsanteile, steigender Sozialkosten und trotz ungleicher Behandlung des Burgenlandes im aktuellen Finanzausgleich konnte der öffentliche Schuldenstand weiter verringert werden“, bilanzierte Eisenkopf.

"Haben alle drei Ortsteile auf das Trennsystem umgestellt“

Land Burgenland, Gemeindefinanzstatistik 2013/2014/2015, Grafik: Bischof

Den höchsten Schuldenstand pro Kopf im Bezirk weist die Gemeinde Draßmarkt mit 2.974 Euro auf. Bürgermeister Rudolf Pfneisl erklärt sich dies mit den Investitionen im Ort, allen voran dem Kanalbau. „Wir haben als Investition für zukünftige Generationen alle drei Ortsteile auf das Trennsystem umgestellt“, so Pfneisl. Er weist aber auch darauf hin, dass diese Vorhaben gefördert werden.

„Ich zahle jedes Jahr 106.000 Euro zurück und bekomme 75.000 Euro Förderung“, rechnet der Ortschef vor. Außerdem habe Draßmarkt eine hohe freie Finanzspitze vorzuweisen. Die freie Finanzspitze, also jenes Geld, das den Gemeinden nach Abzug der Fixkosten aus dem laufenden Budget für Projekte zur Verfügung steht, beläuft sich im Bezirk Oberpullendorf auf 4,501.623 Euro.

Über die höchste freie Finanzspitze im Mittelburgenland konnte sich 2015 die Gemeinde Stoob mit 430 Euro pro Einwohner freuen (siehe Grafik). Die niedrigste freie Finanzspitze (minus 246 Euro pro Einwohner) im Bezirk weist Pilgersdorf auf.

"Wir investieren nur Geld, das wir auch haben“

Bürgermeister Ewald Bürger meint dazu: „Das ist dadurch zustande gekommen, dass wir vergangenes Jahr 400.000 Euro Schulden für den Bau des Rückhaltebeckens zurückgezahlt haben, das hat sich natürlich negativ auf die freie Finanzspitze ausgewirkt. Ausgaben hatten wir auch, da wir in die Volksschule investiert haben. Dort haben wir Renovierungs- und Sanierungsarbeiten vorgenommen. Das Ganze ist eine Momentaufnahme, die mich nicht beunruhigt.“

Als einzige Gemeinde im Bezirk hat Lackenbach einen Schuldenstand von 0 Euro. „Es ist in Lackenbach so, dass wir immer vorsichtig agiert mit unseren Finanzen haben und wir haben immer noch Rücklagen auf den Gemeindekonten. Das es so gekommen ist, wie es heute ist, ist ja ein längerer Prozess, der auch meinem Vorgänger zu verdanken ist, der auch immer sehr vorsichtig agiert hat. Wir investieren immer nur das Geld, das wir auch wirklich haben“, so Bürgermeister Christian Weninger.