Erstellt am 12. August 2015, 06:51

von NÖN Redaktion

Inhaftierter zockte „Oma“ ab. Ein in Stein an der Donau inhaftierter Mann forderte telefonisch Geld von 84-Jähriger aus dem Bezirk Oberpullendorf. Seine Mittelsfrau wurde bei zweitem Betrugsversuch erwischt.

In Stein an der Donau inhaftiert: Der Auftrageber, welcher die Großmutter abzockte, sitzt im Gefängnis. Foto: bilderbox.com  |  NOEN, Erwin Wodicka

Ein unbekannter Täter gab sich telefonisch bei einer 84-Jährigen aus dem Bezirk als Enkel aus und bat sie für eine dringend nötige Hodenoperation um 2.000 Euro.

Glücklicher Zufall: Enkel klärte Betrug auf

Die Großmutter hinterlegte nach mehreren Anrufen den Betrag vereinbarungsgemäß in einem Kuvert im Briefkasten ihres Hauses. Das Geld wurde abgeholt.

Der Unbekannte meldete sich nochmals bei der 84-Jährigen und bat um weitere 1.500 Euro, die die Frau vereinbarungsgemäß wieder zur Abholung in ihrem Briefkasten hinterlegte.

Der zufällig nach Hause gekommene echte Enkel klärte den Betrug auf, bevor die 1.500 Euro abgeholt wurden. Er verständigte die Polizei.

36-jährige Mittelsfrau auf freiem Fuß angezeigt

Während die Beamten Erhebungen im Haus der Großmutter durchführten, meldete sich der Unbekannte abermals telefonisch, um sich über die weitere Vorgangsweise zur Abholung des Geldes zu erkundigen. Er wollte das Geld noch am selben Tag holen.

Drei Stunden lang observierten die Polizeibeamten den Briefkasten der Großmutter. Am Abend konnte im Zuge der Observation ein Pkw wahrgenommen werden, als dieser zum Haus der Großmutter zufuhr. Aus dem Pkw stieg eine weibliche Person, welche sich sofort zum am Einfahrtstor angebrachten Briefkasten begab und das Kuvert mit dem Geld an sich nehmen wollte.

Die 36-jährige Frau wurde von den Polizeibeamten angehalten und in weiterer Folge festgenommen. Bei den durchgeführten Erhebungen konnte als Beschuldigter und Auftraggeber ein Mann, der derzeit in der Strafanstalt Stein an der Donau inhaftiert ist, ermittelt werden. Die 36-jährige Mittelsfrau wurde auf freiem Fuß angezeigt. Die Polizei empfiehlt große Vorsicht bei Anrufen, bei denen Geld von Verwandten verlangt wird.