Erstellt am 12. Oktober 2017, 05:00

von BVZ Redaktion

Wildunfälle: Gefahr am Straßenrand. Im Herbst ist die Gefahr von Wildwechsel besonders hoch. Im Bezirk gibt es eine Häufung entlang der B62.

Symbolbild  |  leungchopan/Shutterstock.com

Im Berichtsjahr 2015/16 kamen im Bezirk 921 Wildtiere im Straßenverkehr zu Tode. Im Herbst steigt auch wieder das Risiko von Wildunfällen. Im Burgenland ereignet sich etwa jede Stunde ein Unfall mit einem Wildtier, österreichweit passiert etwa alle sieben Minuten ein Wildunfall, heißt es aus dem österreichischen Versicherungsverband VVO.

Besonders viele Unfälle auf der B62

Bezirksjägermeister Herbert Pfeiffer führt zur Situation im Bezirk aus: „Besonders viele Wildunfälle gibt es im Bezirk auf den Teilstücken der B62 von Lackenbach nach Weppersdorf und nach Neckenmarkt, auf der Strecke Horitschon/Großwarasdorf sowie auf der Strecke Deutschkreutz nach Kleinwarasdorf bzw. Nikitsch.“ Im Bereich Weppersdorf/Lackenbach habe es aber bereits seitens der Straßenverwaltung Maßnahmen gegeben, die den Wildwechsel eindämmen.

KFV/Statistik Austria, Illustration: Francois Poirier/shutterstock; Grafik: Bischof

„Wir müssen jedes Stück Fallwild in Listen eintragen. Diese Statistik müsste man auch ernst nehmen, dann hätte man einen besseren Überblick darüber, wo es verstärkt Unfälle gibt“, so Pfeiffer. Bezirkshauptmann Klaus Trummer zeigt sich durchaus gesprächsbereit: „ Wir sind für alle konstruktiven Vorschläge offen, wo wir besser kooperieren können.“

Auch Herbert Karlovits vom Bezirkspolizeikommando Oberpullendorf betont: „Es gibt jedes Jahr ein Treffen, wo Bezirkshauptmannschaft, Exekutive, Straßenabteilung und Straßenmeisterei zusammenkommen und die Wildunfälle erfassen – diese werden anschließend registriert. Wenn man eine Wildtafel sieht, sollte man vor allem möglichst vorsichtig fahren. Mit 70 Kilometer pro Stunde hat auch noch das Wild Zeit, zu reagieren. Wir ersuchen um besondere Vorsicht auf der B61a. Hier kommt es häufig zu Wildwechsel.“

Nach Unfall: Exekutive verständigen

Vonseiten des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) heißt es, dass Wildwechselschilder in der Praxis häufig ignoriert werden. „Wildwechselschilder sind an Streckenabschnitten positioniert, an welchen das Risiko einer Kollision mit einem Wildtier auch tatsächlich deutlich erhöht ist. Bei Übergangsbereichen zwischen Wald und Feld ist das Risiko eines Wildunfalles besonders groß“, so Peter Lebersorger, Generalsekretär der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände.

Die meisten Unfälle ereignen sich zwischen 5 und 7 Uhr sowie zwischen 20 und 23 Uhr. Wenn ein Zusammenstoß unvermeidlich ist, sollte stark gebremst und das Lenkrad gut festgehalten werden.

Nach dem Unfall muss die Gefahrenstelle unverzüglich abgesichert und die Exekutive verständigt werden. Die Nichtmeldung eines Sachschadens ist strafbar. Getötetes Wild darf niemals mitgenommen werden. Vielmehr ist eine rasche und korrekte Meldung hilfreich, da so der zuständige Jagdaufseher hinzugezogen werden kann, heißt es aus dem KFV.