Erstellt am 10. September 2014, 10:23

von NÖN Redaktion

Spielverderber Wetter. Bäder-Bilanz /  Im Bezirk mussten sich die Freibäder und Seen mit eher durchwachsenen Besucherzahlen zufrieden geben.

Kein guter Sommer für Wasserratten: Die höchste Temperatur maß die ZAMG in Lutzmannsburg schon am 10. Juni. Viele Badegäste, wie die kleine Tabea, stürmten daher zu dieser Zeit die Bäder und Seen. Insgesamt war der Sommer aber nur durchwachsen.  |  NOEN, zVg

Die eher durchwachsenen Temperaturen in den Monaten Juni bis August haben sich auch auf die Besucherzahlen in den Bädern und an den Seen ausgewirkt. in Kobersdorf hat man Einbußen von etwa 55 bis 60 Prozent verzeichnet. „Das kann man nicht ausgleichen, die Hauptsaison ist Juli und August. Vergangenes Jahr hatte es um diese Zeit 38 Grad, und jetzt braucht man eine Jacke“, so Bürgermeister Klaus Schütz.

Ritzing: „Es war eine Horror-Saison“ 

Sein Ortschefkollege Walter Roisz aus Ritzing meint: „Es ist kein Badewetter entstanden. Gegen das Wetter kann man nichts machen. Es war eine Horrorsaison. Gegenüber dem letzten Jahr haben wir ein Minus von 60 Prozent.“ Im langjährigen Durchschnitt rechne man mit einem Minus von 40 Prozent.

Auch Deutschkreutz’ Bürgermeister Manfred Kölly meint: „Wir haben heuer wieder viel Geld investiert, doch leider hat das Wetter nicht mitgespielt. Aber man muss die Investition über einen Zeitraum von 10 Jahren betrachten und als Sozialprojekt für die Bevölkerung. Projekte dieser Art rentieren sich für die Gemeinde eigentlich nie.“

Besonders große Investitionen in die Bäder gab es heuer in Neutal und Oberpullendorf. Stadtchef Rudolf Geißler führt aus: „Wir haben relativ viele Stammgäste und nur eine bestimmte Anzahl an ,Kasterl‘ und Kabinen, diese sind alle vergeben.“ Allerdings rechnet er vor, dass im Jahr 2013 über die Eintritte ins Bad 21.500 Euro eingenommen wurden, in diesem Jahr nur 18.400 Euro. Das entspricht einem Minus von 14,5 Prozent. „Man merkt natürlich, dass die Tageseintritte zurückgegangen sind, aber nachdem wir viele Stammgäste haben, die sich eine Saisonkarte nehmen, war der Einbruch nicht so dramatisch“, so Geißler.

Ziel "Urlaub zuhause" wurde erreicht

Auch in Neutal zeigt man sich durchaus zufrieden mit der Bilanz des abgelaufenen Sommers. „Wir haben doppelt soviele Saisonkarten wie auch Eintrittskarten verkauft. Durch große Investitionen hatten wir auch ein größeres Einzugsgebiet“, meint Neutals Bürgermeister Erich Trummer. Man hatte das Ziel, „Urlaub zuhause“ zu ermöglichen, und das habe man erreicht, „dennoch wären mehr Sonnentage wünschenswert gewesen“, so Trummer.

Laut Messungen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) bei der Station in Lutzmannsburg gab es in den Monaten Juni bis August 680 Sonnenstunden. „Die höchste Temperatur an dieser Station maß man am 10. Juni mit 33 Grad“, so Alexander Orlik von der ZAMG. Gefühlt war der Sommer zu kalt, da man wärmere gewohnt sei, führt der Meteorologe weiter aus.

Der Sommer war allerdings ziemlich nass, so Orlik. Der niederschlagsintensivste Tag war der 30. Juli. Man verzeichnete in den drei Sommermonaten etwa dreißig Prozent mehr Niederschlag wie im langjährigen Durschnitt, in absoluten Zahlen heißt das 75 Liter mehr pro Quadratmeter. Insgesamt waren Juni und Juli überdurchschnittlich warm und der Juni außerdem sehr trocken, der August lag im Niederschlagsmittel, war aber sehr kalt.