Erstellt am 03. Juni 2015, 10:32

von NÖN Redaktion

Rezar: „Klares Votum gegen Regierungsparteien“. FPÖ, Grüne und LBL hatten Grund zum Jubeln. SPÖ und ÖVP sehen Ergebnis als Auftrag für Veränderungen.

Landesrat Peter Rezar (li.) bei der Stimmabgabe.  |  NOEN, Michaela Grabner

Von einem klaren Votum gegen die Regierungsparteien spricht SPÖ-Bezirksparteivorsitzender Peter Rezar. Die SPÖ hat im Bezirk gegenüber der Wahl 2010 6 Prozent verloren, die ÖVP 4,6 Prozent. „Das Ergebnis ist mehr als ernüchternd und sehr enttäuschend“, so Rezar. „Das einzig Positive am Bezirksergebnis ist, dass wir zwei Grundmandate halten konnten.“ Rezar führt das schlechte Ergebnis unter anderem auf die schwierige Lage am Arbeitsmarkt sowie ungelöste bundespolitische Themen wie die Gegenfinanzierung der Steuerreform oder die Asylfrage zurück.

"Wer an Problemen vorbeigeht, verliert Wahlen"

„Die FPÖ hat zwar auch keine Lösungen, aber das hat sicher dazu geführt, dass viele FPÖ gewählt haben. Auch die Zahl der Nichtwähler wurde größer“, so Rezar. „Wer an den Problemen der Menschen vorbeigeht, verliert Wahlen. Daher braucht es eine neue politische Ausrichtung der Regierungspolitik.“

Dass es eine Veränderung geben muss, schließt auch ÖVP-Bezirksparteiobmann Niki Berlakovich aus dem Ergebnis, das der ÖVP im Bezirk ein Minus von 4,6 Prozent bescherte. „Offensichtlich will der Wähler nicht, dass es so weiter geht. Es muss eine Veränderung geben. Nach dem Ergebnis kann nicht alles bleiben, wie es war. Das würden die Leute nicht verstehen“, so Berlakovich. Für ihn geht es darum, die Position der ÖVP zu schärfen auch in Hinblick auf zukünftige Gespräche.

x  |  NOEN, Bischof

Zum Ergebnis selbst meint Berlakovich: „Im Vergleich zu den anderen Bezirken sind wir relativ vorne dabei, trotzdem ist das Ergebnis nicht erfreulich. Wir haben auf Vorzugsstimmen gesetzt. In Gemeinden, wo wir Kandidaten haben, gab es schöne Ergebnisse. Ich gratuliere Patrik Fazekas zum Vorzugsstimmenmandat.“
 

FPÖ-Chef Kozonits: „Einfach nur Freude da“

Nicht in den Landtag einziehen wird FPÖ-Bezirksparteiobmann Roland Kozonits, obwohl die FPÖ sechs Mandate machte und er auf Platz 5 der Landesliste gereiht war, da aufgrund der Ergebnisse je zwei FPÖ-Mandate an die Bezirke Neusiedl und Oberwart gehen. „Ich bin nicht traurig darüber. Es ist einfach nur Freude da. Wir haben viel mehr geschafft als erwartet und dass wir das Bezirksergebnis verdoppelt haben, ist auch super“, meint Kozonits über die erreichten 10,2 Prozent.

Ebenfalls sehr zufrieden mit dem Bezirksergebnis ist Grünen-Bezirkssprecher Roland Lehner, der sich über ein Plus von 1,9 Prozent freuen konnte. „Wir haben überall relativ starke Zugewinne und sehen das als Auftrag, weiter gute Politik zu machen und freuen uns, dass der Wähler diese honoriert“, so Lehner. Auch LBL-Chef Manfred Kölly sieht das tolle Bezirksergebnis als Lohn für die geleistete Arbeit. „Ein wichtiger Aspekt ist, dass wir in der ersten Periode einiges geleistet haben. Die Menschen haben erkannt, dass unabhängige Politik ein wichtiger Faktor im Land sein soll. Wir werden weiterhin auf Namenslisten und Persönlichkeiten setzen und Vorbereitungen für die Gemeinderatswahl sofort vorantreiben“, fügte Kölly hinzu.

Die NEOS haben den Einzug in den Landtag verpasst, im Bezirk erreichten sie 1,9 Prozent. „Dass es nicht leicht wird, war uns klar. Neue Parteien haben es im Burgenland und auch im Bezirk besonders schwer. Den Einzug hatten wir uns schon erhofft. Wir sind ein bissal enttäuscht, trotzdem machen wir weiter und werden uns für die Gemeinderatswahlen neu aufstellen“, so Spitzenkandidatin Susanne Geldner.