Erstellt am 24. Juli 2013, 00:00

Biber-Spuren entdeckt. Sensationeller Fund /  Im Bereich der Fürst Esterházy’schen Privatstiftung Lockenhaus wurden Biber-Fraßspuren entdeckt.

Von Michaela Grabner

LOCKENHAUS / Bäumchen, die auf rund einem halben Meter Höhe ihres Stammes umgeknickt sind: Was für den Laien auf den ersten Blick unauffällig wirkt, haben Experten in Lockenhaus als eindeutige Fraßspuren eines Bibers identifizieren können.

Biber fällen Bäume, um sich einerseits Nahrung und andererseits Material für die Anlegung von Staudämmen und zum Aufbau ihrer Unterkünfte („Biberburg“) zu beschaffen. Dabei hinterlassen sie an stehenden oder schon umgestürzten Bäumen Zahnspuren von etwa acht Millimeter Breite sowie Holzspäne am Fuß des Stamms.

Tier war in Europa beinahe ausgerottet

Der europäische Biber war bereits bis auf Restpopulationen ausgerottet. Im Burgenland kehrte er laut Naturschutzbund erst in den vergangenen Jahren zurück und siedelte sich im Norden an der Leitha und im Süden an Lafnitz, Raab, Strem und Pinka an. Im Mittelburgenland waren bislang keine Vorkommen bekannt. Nun scheint der Biber aber Einzug in die Gewässer rund um Lockenhaus gefunden zu haben, wo im Bereich der Fürst Esterházy’schen Privatstiftung Fraßspuren entdeckt wurden.

„Die ersten Beobachtungen eines Bibers haben vor einigen Tagen stattgefunden und können nunmehr durch die eindeutigen frischen Fraßspuren bestätigt werden. Wir freuen uns wirklich sehr, dass der Biber da ist“, meint Martin Pollak von der Fürst Esterházy’schen Privatstiftung Lockenhaus. „Ich glaube, dass die freiwillige Außernutzungsstellung von Waldflächen und der sensible Umgang mit der Natur dazu beigetragen haben.“

Genauer Standort wird nicht verraten

Seit 35 Jahren bekennen sich die Esterházy’schen Forstbetriebe zu einer naturnahen und nachhaltigen Bewirtschaftung ihrer forstwirtschaftlichen Flächen und wurden sogar schon vom Ministerium für beispielhafte Waldwirtschaft mit dem Staatspreis für Land- und Forstwirtschaft ausgezeichnet. Die Gesamtfläche an Vertragsnaturschutzflächen bei Esterházy Lockenhaus beträgt knapp 100 Hektar und zählt zu den Kernflächen des Natura 2000-Gebiets Bernstein-Lockenhaus-Rechnitz. „Der Biber wurde am Rand unseres Gebiets gesichtet“, erklärt Pollak, der den genauen Standort aber zum Schutz der Tiere nicht verraten möchte.

In Österreich sind Biber auch gesetzlich geschützt und genießen zudem europaweit Schutzstatus im Rahmen der Flora-Fauna-Habitatsrichtlinie. Die Mitgliedsstaaten wurden verpflichtet, ein strenges Schutzsystem für die Tiere einzurichten und ihre Lebensräume im Rahmen europäischer Schutzgebiete zu erhalten. Es ist per Gesetz verboten, Bibern nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen, zu töten, sie zu stören sowie ihre Fortpflanzungs- und oder Ruhestätten zu beschädigen oder zu zerstören. Es darf daher weder eine Übersiedelung des Tieres noch eine Beseitigung seines Bau oder seiner Dämme erfolgen.