Erstellt am 12. Februar 2014, 09:00

von Michaela Grabner

Bilanz: 263.691 Nächtigungen. Bezirk | Im Vergleich zu 2012 wurden 2013 um 9,12 Prozent mehr Nächtigungen verzeichnet, zu 2011 aber ein Minus von 8,79 Prozent.

Profilschärfung: Babys wie Sarah, Dominik und Noah sowie Familien wurden in der Sonnentherme noch stärker in den Fokus gerückt. 2013 besuchten 409.668 Besucher die Sonnentherme, 2012 waren es 334.454, im Jahr davor 397.211 gewesen. 35,34 Prozent der Thermengäste kommen aus Niederösterreich, 15,22 Prozent aus Ungarn, 14,51 Prozent aus Wien und 13,23 Prozent aus dem Burgenland. Rund 5,3 Prozent der Thermengäste sind Babys bis 2 Jahre, 9,2 Prozent Kleinkinder von 2 bis 6 Jahre und 18,5 Prozent Kids von 6 bis 15 Jahre.  |  NOEN
Von Michaela Grabner

„Das Jahr 2014 ist das Jahr der großen Chancen“, meinen die Obleute des Regionaltourismusverbandes Blaufränkisch Mittelburgenland.

Trendumkehr im Konsumenten-Verhalten

Michael Höferer und Eva Stifter sprechen dabei einerseits von der Erarbeitung des neuen Tourismusgesetzes, spüren aber andererseits auch eine Trendumkehr im Verhalten der Konsumenten. „Die Leute sind wieder bereit, in qualitativ hochwertigen Urlaub zu investieren“, meint Höferer.

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Dass dem in den vergangenen Jahren aufgrund der generellen wirtschaftlichen Lage nicht so war, ortet die Verbandsführung als einen Grund für die negative Entwicklung bei den Nächtigungszahlen.

Das Jahr 2013 brachte im Vergleich zu 2012 zwar ein Plus von 9,12 Prozent, allerdings sei der Vergleich laut Tourismusgeschäftsführerin Dagmar Habeler schwierig, weil 2012 die Therme wegen des Umbaus im Mai und Juni komplett geschlossen gewesen ist.

„Haben ein Segment verloren“ 

Vergleicht man hingegen die Nächtigungszahlen von 2013 mit denen von 2011 so ergibt sich ein Minus von 8,79 Prozent. „Die Menschen waren zurückhaltender bei Urlauben. Das betrifft nicht nur die Region“, so die Obleute.

Eine weitere Ursache für die rückläufigen Zahlen, gerade in Lutzmannsburg, sieht man darin, dass man durch die Schärfung des Profils der Therme auf Familien und Kleinkinder und den damit verbundenen Verlust des Ruhebereichs im Zuge des Thermenumbaus 2012 ein Segment verloren hat und zwar das ruhesuchende Familienmitglied.

Man habe die Notwendigkeit unterschätzt, den Gästen die Möglichkeit zu geben, sich ein oder zwei Stunden zurückzuziehen. Und man habe die Rolle der Großeltern unterschätzt, da viele Familien mit drei Generationen nach Lutzmannsburg kommen. Nur 33 Prozent der Thermengäste seien Kinder und die Erwachsenen hätten ein Bedürfnis nach Ruhe.

Fokussierung richtig, aber Fokus zu scharf

„Die Fokussierung der Therme auf die Zielgruppen Kinder und Familien war absolut richtig, nur der Fokus wurde zu scharf eingestellt“, meinen die Obleute. „Es war auch richtig zu investieren, weil das Angebot erweitert wurde. Es war vieles richtig, man muss aber auch die Größe haben zu sagen, es war nicht alles richtig. Jetzt heißt es nachjustieren“, so die Obleute.

Die Geschäftsführung müsse einen Vorschlag ausarbeiten. „Wir glauben, dass bei der WiBAG die Erkenntnis da ist, dass dies eine absolute Erfordernis für die Destination und die Therme ist. Wir gehen davon aus, dass man in naher Zukunft eine Lösung hat.“

Kooperationen und  Packages

Seine eigene Aufgabe sieht der Regionalverband in der Schaffung von Kooperationen und Packages. „Wir vermarkten nicht einzelne Gemeinden, sondern haben Themen definiert, wo sich die Gemeinden wiederfinden: Familie/Kind, Wein/Kultur, Sport, Messen/Incentive/Kongresse und Natur“, so die Obleute.

Bereits im Vorjahr wurde ein Liszt-Package geschaffen, das den Festivalbesuch mit einem Vinotheksbesuch und dem Hotelaufenthalt kombiniert. Gleiches wird es künftig auch für die Schlossspiele Kobersdorf geben und auch mit dem Kammermusikfest Lockenhaus arbeitet man gerade an einem derartigen Package.

Bereits im Angebot hat man die sogenannten „Blaufränkisch Glücksmomente“, ein Package, das von vier Übernachtungen über Genussmenü und Picknickkorb bis zur Weinverkostung, Segwaytour und kostenloser Radnutzung reicht. „Wir kommen wirklich nur im Rahmen von Kooperationen weiter, als einzelner ist man zu klein, um sich in der großen Welt des Tourismus Präsenz zu schaffen.“

Diese Präsenz versucht Sonnenland mit verschiedensten Marketingaktivtäten wie Messebesuchen oder Nutzung neuer Medien, wie den Alpstein Tourenguide, der Reitwege, Radwege und Nordic Walking Strecken als Apps abgibt, zu schaffen.

Erstmals Erlebnisführer veröffentlicht

Neben Standardproduktionen wie Gastgeberverzeichnis und Kulinarikführer, in dem heuer erstmals Genussgutscheine integriert wurden, gibt es neu den Erlebnisführer 2014, der auf Museen, Burgen, Schlösser, Kirchen und Klöster, Natur & Landschaft, Therme, Seen und Bäder,Freizeiterlebnisse, Vinotheken sowie Musik und Bühnen aufmerksam macht und auch ein Reise- und Wanderführer durchs Sonnenland ist. „Das Gesamtpaket Mittelburgenland ist im Erlebnisführer zusammengefasst“, so Habeler.

2014 soll auch das Radfahrprojekt des Verbandes abgeschlossen werden, dessen Ziel es ist, Radfahrern in die Ortskerne zu bringen und radfahrerfreundliche Infrastruktur zu schaffen. Infotafeln, Trinkbrunnen, e-Bike-Tankstellen und Rastplätze werden entstehen, an dem zwölf Gemeinden teilnehmen.


Nächtigungen 2013

DEUTSCHKREUTZ
Jahr 2013 8.861
Jahr 2012 8.942
Jahr 2011 10.034

DRASSMARKT
Jahr 2013 60
(Draßmarkt wurde erst im November 2013 Berichtsgemeinde)

FRANKENAU-UNTERPULLENDORF
Jahr 2013 4.619
Jahr 2012 5.096
Jahr 2011 6.259

HORITSCHON
Jahr 2013 2.051
Jahr 2012  2.176
Jahr 2011 2.765

KOBERSDORF
Jahr 2013 418
Jahr 2012  389
Jahr 2011 633

LOCKENHAUS
Jahr 2013 8.652
Jahr 2012 7.853
Jahr 2011 8.436

LUTZMANNSBURG
Jahr 2013 224.603
Jahr 2012 201.853
Jahr 2011 247-801

MARKT ST. MARTIN
Jahr 2013 1.932
Jahr 2012 2.561
Jahr 2011 1.364

NECKENMARKT
Jahr 2013 3.102
Jahr 2012 3.237
Jahr 2013 3.248

OBERPULLENDORF
Jahr 2013 9.393
Jahr 2012 9.550
Jahr 2011 8.550