Erstellt am 03. November 2010, 00:00

Bioenergie für 300 Haushalte. IN PLANUNG /  Im Frühjahr soll in Weingraben der Bau einer Bioenergieanlage starten, die mit Hühnermist und nachwachsenden Rohstoffen Strom und Wärme erzeugt.

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WEINGRABEN / Eine 150kW-Bioenergieanlage wollen die Brüder Christoph und Thomas Bleier am östlichen Ortsrand von Weingraben (Richtung Kaisersdorf) nahe dem Dorfaubach errichten. In der ersten Phase soll eine 150kW-Anlage entstehen, die Pläne für eine eventuelle spätere Erweiterung zu einer 250 kw-Anlage wurden gleich miteingereicht.

Bereits im Herbst soll die Bioenergieanlage in Betrieb gehen, im Frühjahr soll mit dem Bau begonnen werden. Ein Fermenter mit 16 Meter Durchmesser und einer Höhe von sechs Metern, eine Sammelgrube mit 10 Meter Durchmesser und 3,5 Meter Höhe, ein Technikraum, ein Generatorhaus für das Blockheizkraftwerk und ein Fahrsilo mit rund 1.500 Quadratmeter Fläche werden entstehen. Betrieben wird die Anlage mit nachwachsenden Rohstoffen wie Mais, Grünschnittroggen und Hirse, aber auch dem Mist von der Hühnerfarm der Familie Bleier. „Der Mist kann dadurch geruchsneutral entsorgt werden. Denn die Gülle, die aus der Anlage kommt, stinkt nicht mehr, da das Methangas, das stinkt, in Wärme und Strom umgewandelt wird“, schildert Thomas Bleier.

Die 150kw-Anlage ist genau auf den landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Bleier abgestimmt. Sie produziert rund 1,3 Gigawattstunden Strom pro Jahr, was dem Jahresverbrauch von etwa rund 300 Haushalten entspricht. „Ein Elektroauto könnte mit dieser Leistung 13 Millionen Kilometer weit fahren“, rechnet Bleier vor. Der erzeugte Strom wird in das Netz der BEWAG eingespeist werden.

Auch Wärme für rund  30 Haushalte entsteht

Neben Strom wird in der Biogasanlage auch Wärme als Prozesswärme entstehen, mit der rund 30 Haushalte versorgt werden könnten. Zunächst sollen damit der landwirtschaftliche Betrieb und die Häuser der beiden Betreiber sowie deren Elternhaus beheizt werden. Ein Nahwärmekonzept für die Zukunft ist in weiterer Folge angedacht, das zum Beispiel öffentliche Gebäude, wie das Feuerwehrhaus, umfassen könnte.

Die notwendige Flächenumwidmung für das Vorhaben wurde vom Gemeinderat einstimmig befürwortet. „Die Gemeinde wird dadurch energieautonomer“, freut sich Bürgermeister Franz Hoschopf.

Haben große Pläne: Thomas und Christoph Bleier wollen die Bioenergieanlage bauen.ZVG