Erstellt am 07. September 2011, 08:02

Bürgermeister dankt nach drei Perioden ab. WAHL 2012 /  Lackendorfs Bürgermeister Robert Sellmeister wird nächstes Jahr nicht mehr um den Ortschef-Sessel kandidieren.

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VON MICHAELA GRABNER

LACKENDORF / Bei der Wahl 1997 eroberte er im zweiten Wahlgang mit zwei Stimmen den Bürgermeister-Sessel, bei der nächsten Wahl konnte er dann schon rund zwei Drittel der Stimmen für sich verbuchen. Vor dem Bürgermeisteramt war Robert Sellmeister eine Periode als Vizebürgermeister und schon seit dem Jahr 1990 im Gemeinderat tätig. Nun hat Sellmeister beschlossen, bei den Wahlen nächstes Jahr nicht mehr anzutreten. „Drei Perioden sind glaube ich genug“, meint Sellmeister, der nun mehr Zeit für seine Familie und sein Hobby, das Reisen, haben möchte.

Ursprünglich wollte er schon mit Jahresende sein Amt niederlegen auf Wunsch seiner Fraktion wird er die Periode aber noch zu Ende führen. Und er hat auch noch einige Projekte, die er noch zu einem erfolgreichen Abschluss bringen will.

Vom Postverteilzentrum bis  zum Hochwasserschutz

 

So möchte Sellmeister dafür Sorge tragen, dass das Postverteilzentrum auf lange Sicht in Lackendorf bestehen bleibt. Als das bestehende Zentrum zu klein geworden ist, hat die Gemeinde der Post die Veranstaltungshalle für zwei bis drei Jahre vermietet. In der Zwischenzeit will sich Sellmeister um eine dauerhafte Lösung kümmern. Die Gemeinde führt bereits Gespräche mit Investoren, die auf einem Grundstück beim Kreisverkehr eine Halle errichten sollen, die in weiterer Folge an die Post vermietet werden kann. „Der Investor bekommt die Miete, der Gemeinde bleibt die Kommunalsteuer und die jetzige Halle wird wieder frei für Veranstaltungen“, so Sellmeister. Auch für das bisherige Verteilerzentrum hat sich bereits eine Funktion gefunden. Die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) wird dort Wohnungen errichten. Ein weiteres Projekt mit der OSG befindet sich bereits auf der Zielgeraden. Am 21. Dezember soll die Übergabe eines Wohnblocks mit vier betreubaren und vier Startwohnungen stattfinden. Noch im September wird eine Wasserrechtsverhandlung für neue Hochwasserschutz-Projekte über die Bühne gehen. In der Kohlstatt ein weiteres Rückhaltebecken gebaut und die Kapazität eines bestehenden erweitert.

Ein besonderes Anliegen für Bürgermeister Sellmeister sind und waren die jüngsten Gemeindebürger. Deshalb sieht er auch als größten Erfolg seiner Bürgermeistertätigkeit die Zusammenlegung des Kindergartens und der Schule unter ein Dach. In weiterer Folge wurde von der Caritas ein landesweiter Pilotversuch durchgeführt, im Zuge dessen Kinder von 1 bis 10 Jahren gemeinsam betreut wurden und das mit so viel Erfolg, dass anschließend eine Kinderkrippe gebaut wurde.

„Betreuung kostet viel Geld,  das ist aber gut investiert“

 

„In kleinen Ortschaften wie bei uns, sehe ich es als einzige Chance, dass die Kinderbetreuung an erster Stelle steht. Die Eltern sind begeistert von der Betreuung. Das hat der Gemeinde viel Geld gekostet, aber es ist gut investiert“, meint Sellmeister. Seiner Meinung ist die gute Betreuung mit ein Grund, warum sich in Lackendorf viele junge Familien ansiedeln. Um dies zu fördern, hat die Gemeinde günstige Bauplätze am Pflanzsteig geschaffen. Erst kürzlich wurde dort auch ein Kinderspielplatz errichtet.

Wichtige Projekte aus der Sicht Sellmeisters während seiner Bürgermeistertätigkeit waren weiters die Anschaffung einer interaktiven Tafel für Schule, das neue Feuerwehrauto, die Fertigstellung der Veranstaltungshalle, der Bau dreier Rückhaltebecken, die Verlegung des Kriegerdenkmals in den Friedhof und die Errichtung einer Urnenwand sowie die Installation der Radfahrstreifen.

„Ich bin 1998 in Pension gegangen. Dadurch habe ich mich voll der Gemeinde widmen können. Meine Familie hat ebenfalls gut mitgespielt“, meint Sellmeister. Und bilanziert nach 15 Jahren als Ortschef: „Ich war sehr gerne Bürgermeister, weil ich gewusst habe, dass ich sehr viel erreichen kann.“

Großes Herz für die kleinen Bürger: Erst kürzlich wurde ein neuer Spielplatz errichtet. Als Highlight seiner Bürgermeistertätigkeit betrachtet Robert Sellmeister die Zusammenlegung von Kindergarten und Schule unter ein Dach und den Bau der Kinderkrippe.