Erstellt am 16. November 2013, 15:43

Bundespräsident bei Gedenkfeier für Roma. Beim Mahnmal für die von den Nationalsozialisten verfolgten und ermordeten Roma und Sinti in Lackenbach (Bezirk Oberpullendorf) hat am Samstagvormittag die alljährliche Gedenkfeier stattgefunden.

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Unter den rund 200 Gästen waren Bundespräsident Heinz Fischer, die Spitzen der burgenländischen Landesregierung sowie diplomatische Vertreter aus England und Osteuropa.

Der Bundespräsident betonte in seiner Rede, dass Wahnideen verbunden mit dem Ziel der Ausgrenzung und der Vernichtung nie wieder Einzug halten dürften.

Staatsoberhaupt: "Andersheit und Verschiedenheit" als "Bereicherung, nicht Bedrohung"

"Kulturelle Leistungen, die sich in Andersheit und Verschiedenheit ausprägen, stellen eine Bereicherung für unsere Gesellschaft dar und keine Bedrohung. Diese Erkenntnis muss in Österreich zur eindeutig vorherrschenden Auffassung werden", forderte Fischer.

Im November 1940 hatten die Nationalsozialisten in einem Gutshof in Lackenbach ein "Zigeunerlager" eingerichtet, in dem Roma und Sinti unter unmenschlichen Bedingungen interniert wurden. Von rund 4.000 dort Festgehaltenen erlebten nur 300 bis 400 die Befreiung des Lagers im Jahr 1945.

Kulturverein-Obmann Sarközi betonte Verbesserungen im Sozial- und Bildungsbereich

Ein Überlebender von damals ist der im Lager geborene Rudolf Sarközi, heute Obmann des Kulturvereins Österreichischer Roma. In seiner Rede sprach Sarközi das 20-Jahr-Jubiläum der Anerkennung der Roma als Volksgruppe an. Vieles habe sich seither zum Besseren gewendet, vor allem im Bereich Soziales und Bildung.

Es gebe aber noch viel zu tun, vor allem im Hinblick auf den zunehmenden Rassismus bedingt durch die Armutswanderung aus Osteuropa, so Sarközi.

Einmal mehr forderte der Obmann des Kulturvereins der Roma, die Minderheiten-Thematik auf EU-Ebene aufzuwerten und ein eigenes Kommissariat für Volksgruppenminderheiten zu installieren.