Erstellt am 06. Juli 2011, 00:00

Burg soll Zentrum für Fledermäuse werden. 200.000 EURO-PROJKET /  Mitteleuropas größte Wimperfledermauskolonie in Lockenhaus soll naturtouristisch genutzt werden.

Fledermäuse im Mittelpunkt: Den Dachboden der Burg Lockenhaus bewohnen im Sommer bis zu 1.200 Wimperfledermäuse.  |  NOEN
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VON MICHAELA TANZLER

LOCKENHAUS / Eng aneinander gekuschelt hängen Fledermausweibchen dicht an dicht im Dachboden der Burg Lockenhaus. Vor rund drei Wochen sind die ersten Jungen zur Welt gekommen. Die Burg Lockenhaus birgt nämlich die größte Wimpernfledermauskolonie Mitteleuropas hinter ihren Mauern. Bis zu 1.200 Wimperfledermäuse bewohnen den Dachboden als Sommerquartier. Seit diesem Jahr gibt es eine elektronische Einflug- und Ausflugszählung und man kann im Kassenraum der Burg Lockenhaus einen Blick in die Kolonie werfen dank einer Infrarotkamera, die Livebilder überträgt.

Fledermausausstellung bis  zu Fledermausführer

In Zukunft soll der Fledermaus in Lockenhaus noch ein viel breiterer Raum eingeräumt und die Burg zu einem Fledermauszentrum ausgebaut werden. Gemeinde und Burg Lockenhaus sollen in Österreich als Wissensvermittler und touristisch attraktiver Knotenpunkt für die Welt der Fledermäuse bekannt werden.

Dazu wurde auf Initiative der Burg ein Projektantrag beim Förderverein mittelburgenland plus eingebracht. Ziel dieses Projekts wird es einerseits sein, die Wimperfledermauskolonie langfristig zu schützen und andererseits ein naturtouristisches Angebot rund um die Fledermaus zu schaffen. Projektideen dazu sind unter anderem Workshops und Exkursionen bzw. die Erstellung eines Fledermauskoffers als Unterrichtsmaterial für Schulen, Informationsveranstaltungen mit Beobachtungsabenden für die Gesamtbevölkerung und die Ausbildung von Fledermausführern. Außerdem ist die Durchführung von Fledermausfesten und die Errichtung einer wissenschaftlichen und gleichzeitig erlebnisorientierten Fledermaus-Dauerausstellung auf der Burg inklusive Lese-, Bastel- und Spielecke sowie Geschenkstube zum Thema angedacht. Die geschätzten Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 200.000 Euro.

Der Gemeinderat Lockenhaus hat sich bereits entschlossen, das Projekt mit rund 20.000 Euro zu unterstützen. Man möchte die Arbeitskraft für die Projektbegleitung und -entwicklung seitens des Naturparkvereins zur Verfügung stellen, der als Projektträger fungieren soll.

„Das ist eine große Chance für den Tourismus und die Burg“, meint Bürgermeister Werner Brenner. Und auch Vizebürgermeister Klaus Schranz sieht darin „einen tollen Aufhänger für die Burg“.

Voraussichtlicher Projektstart soll im Dezember 2011 sein.

Fledermäuse im Mittelpunkt: Den Dachboden der Burg Lockenhaus bewohnen im Sommer bis zu 1.200 Wimperfledermäuse.