Erstellt am 23. Mai 2012, 00:00

DER WEG ZUM PASS. KINDERREISEPASS / In der Bezirkshauptmannschaft Oberpullendorf hat man heuer bereits 503 Kinderpässe ausgestellt.

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VON WERNER MÜLLNER UND ELISABETH TRITREMMEL

REGION / Was wäre schlimmer, als Sie stehen mit der Familie am Flughafen, legen die Reisepässe vor und – dürfen nicht ausreisen?

Das könnte heuer leicht passieren, wenn man die neuen Bestimmungen rund um Kinder und ihre Reisedokumente nicht beachtet.

Jedes Kind braucht ab Juni 2012 einen eigenen Reisepass mit Chip. Bestehende Kindereintragungen bleiben nur bis 14. Juni 2012 gültig. Nach diesem Datum werden diese automatisch ungültig. Die Gültigkeit des Reisepasses, in dem sich die Kindermiteintragung befindet, bleibt davon unberührt. Der Reisepass gilt bis zum darin gedruckten Ablaufdatum.

Ab sieben Jahren dürfen  Kinder selbst unterschreiben

Der Reisepass bzw. Personalausweis für Minderjährige (bis zum vollendeten 18. Lebensjahr) kann nur vom gesetzlichen Vertreter beantragt werden. Als Nachweis der gesetzlichen Vertretung ist ein entsprechendes Dokument vorzulegen. Bei der Antragstellung muss der/die gesetzliche VertreterIn persönlich beim Passamt vorsprechen. Die Anwesenheit der Minderjährigen ist ab dem siebenten Lebensjahr bei der Antragstellung zur Identitätsprüfung unbedingt erforderlich, da das Kind selbstständig unterschreiben darf.

Beantragen kann man den Pass – egal wo man wohnt – bei jeder österreichischen Passbehörde (Magistrat, Bezirkshauptmannschaft oder Vertretungsbehörde im Ausland). Der neu ausgestellte Sicherheitsreisepass wird im Inland innerhalb von fünf Arbeitstagen per Post (RSb) zugestellt.

In der Bezirkshauptmannschaft Oberpullendorf wurden heuer bisher 908 Reisepässe und 503 Kinder-Reisepässe, also Reisepässe für Kinder bis 12 Jahre, ausgestellt. Claudia Haderer erzählt, dass man den Ansturm durch die neue Regelung durchaus merkt: „Ja, wir spüren das schon, vor allem an Fenstertagen, wenn die Kinder frei haben.“

Bisher war das Verhältnis von Miteintragungen zu Kinderpässen etwa halbe/halbe. Die Meinungen der Leute über das Ende der Miteintragung seien verschieden, so Haderer. „Manche sagen, dass das so richtig ist und manche meinen, dass der Staat nur Geld machen will.“ Sie weist als Alternative zum Reisepass auf den Personalausweis hin. Dieser ist innerhalb Europas gültig und kostet für Unter-16-Jährige 26,30 Euro. Bezirkshauptmann Klaus Trummer ergänzt: „Wenn jemand am Nachmittag mit Kindern wegen des Reisepasses kommen möchte, sollte er sich vorher telefonisch melden. Wir schicken aber auch so niemanden weg.“

Zur Antragstellung werden der alte Pass und ein aktuelles Passfoto, das den internationalen Kriterien entspricht ( www.bmi.gv.at/passbild ), benötigt. Sollte kein Pass vorhanden sein, werden Geburtsurkunde, Staatsbürgerschaftsnachweis, Heiratsurkunde, Nachweis des Titels und eine Meldebestätigung bei Wohnsitz im Ausland, benötigt.

Gebühren: Das erste Dokument für Kinder unter zwei Jahren ist gratis, Kinder von 2 – 12 Jahren: 30 Euro, Personen ab 12 Jahren: 75,90 Euro