Erstellt am 17. September 2014, 10:00

von NÖN Redaktion

Krematorium regt auf. SPÖ und ÖVP wollen gemeinsam Bevölkerung gegen das geplante Projekt mobilisieren.

Manfred Kölly (LBL).  |  NOEN, Liste Burgenland

Ein Krematorium passt nicht in die Gemeinde, trägt nicht zu deren Aufwertung bei und ist für Weinbau und Tourismus keinesfalls förderlich – darin sind sich SPÖ und ÖVP einig. In einer gemeinsamen Aussendung an die Bürger heißt es: „Wir brauchen kein Krematorium! Wir brauchen Handwerk und Gewerbe. In Deutschkreutz sollen sich Betriebe ansiedeln. In der größten Rotweingemeinde des Burgenlandes soll der Tourismus gestärkt werden. Deutschkreutz ist eine lebenswerte Gemeinde. Das soll so bleiben und noch besser werden! Aber: Die Errichtung eines Krematoriums ist unseres Erachtens ein großer Imageverlust für Deutschkreutz! Ein Schritt in die falsche Richtung! Daher: ‚Mit der Bevölkerung gegen ein Krematorium!‘“

Für SPÖ und ÖVP stellt sich die Frage, wie die Bevölkerung zu diesem Thema steht. „Wenn die anderen Fraktionen eine Bürgerbefragung wollen, sollen sie das einbringen. Ich habe kein Problem damit“, meint Bürgermeister Manfred Kölly (LBL). Er werde demnächst bei einer Bürgerversammlung nochmals informieren.

Krematorium zukunftsweisendes Projekt

Ende September gibt es eine Bauverhandlung mit der deutschen Firma, die ein Krematorium im Wirtschaftspark errichten will. „Wenn jemand privat ein Grundstück kauft und eine bauliche Maßnahme einreicht, muss das so behandelt werden, wie dies im Gesetz vorgesehen ist“, unterstreicht Kölly. Wenn alle Auflagen erfüllt werden, könne die Gemeinde nichts dagegen machen, wenn nicht gäbe es ohnedies keine Genehmigung der Behörde.

„Wenn wir das Projekt als Gemeinde gemacht hätten, wäre dies etwas anderes“, erklärt Kölly. Ursprünglich hätte die Gemeinde einen Grund bei der Leichenhalle zur Verfügung stellen sollen. Er selbst habe kein Problem, da es ein zukunftsweisendes Projekt sei, das sowieso außerhalb der Ortschaft umgesetzt wird. Er plädiert, die Bauverhandlung abzuwarten und das Thema dann – wie die Windräder – sachlich bei einer Bürgerversammlung zu diskutieren.