Erstellt am 29. Juli 2015, 08:32

von NÖN Redaktion

"Villa Rustica" entdeckt. Eine römische Villa, genannt "Villa Rustica", wird zurzeit in der Bachgasse in Deutschkreutz von einem Archäologen-Team teilweise ausgegraben.

Ehemaliges Badegebäude einer römischen Villa: Grabungsleiter Nikolaus Franz, Astrid Tögel und Krzystof Nodzynski sind zurzeit mit den Ausgrabungen beschäftigt. Bürgermeister Manfred Kölly machte sich ein Bild vor Ort.  |  NOEN, Roznyak

Seit zwei Wochen arbeitet ein Archäologen-Team im Auftrag des Bundesdenkmalamts an der Ausgrabung einer römischen Villa in der Bachgasse in Deutschkreutz. „Die Fundstücke sind seit den 20er-Jahren bekannt. Die erste Grabung fand vor 25 Jahren statt. Zwischen 1988 und 1991 legte das österreichische Architekten-Institut ein Fußbodenmosaik frei und barg es. 2009 gab die Grazer Universität eine Bodenradar-Untersuchung in Auftrag, welche das Ausmaß der Villa zeigte“, schildert Grabungsleiter Nikolaus Franz.

x  |  NOEN, zVg
Zurzeit wird das Badehaus, dass man sich wie eine kleine Therme mit Warm- und Kaltwasserbecken sowie eine Fußbodenheizung vorstellen muss, freigelegt. Aber auch die Verbindung zum Haupthaus sowie ein Teil des Haupthauses wurden bereits ausgegraben. Das komplette Areal der „Villa Rustica“ mit ihren Nebengebäuden soll etwa 120 Meter lang und 80 Meter breit sein. „Es wurden bereits Keramik, Messerstücke, Scheren sowie Metallstücke gefunden und geborgen. Jedoch waren noch kein Kupfer, Bronze oder Silber dabei“, so Franz.

Die Ausgrabungen sollen noch einige Wochen dauern. „Ich bitte darum, dass interessierte Leute aus Sicherheitsgründen die Grabungen nicht außerhalb der Baustellenzeiten betreten“, fügte Franz hinzu. Die Aufgabe des Archäologen-Teams ist es, die beiden Baugrundstücke zu untersuchen und zu dokumentieren bzw. die Funde zu bergen und einen Plan zu erstellen. Für Bürgermeister Manfred Kölly ist dieser Fund als positiv zu bewerten: „Man muss natürlich schauen, dass man Baulandgrundstücke, die gewidmet sind, nicht verliert.“ Kölly‘s Idee wäre, die Ausgrabungen freizulassen und rund herum eine Wohnungssiedlung zu bauen.

Wohnungen um Ausgrabungen herum

„Es hat bereits Gespräche mit dem Bundesdenkmalamt und einer Siedlungsgenossenschaft gegeben. Wir wollen somit die Grundstücke mit den Ausgrabungen nicht ent-, sondern qualitativ aufwerten.“