Erstellt am 01. April 2015, 08:45

Die letzte Landtagssitzung. Werner Gradwohl (ÖVP) verlässt nach 28 Jahren, Erich Trummer (SPÖ) nach 10 Jahren den Burgenländischen Landtag. Der Politik werden beide treu bleiben.

Verabschiedung: Gemeindevertreterverbands-Präsident Erich Trummer (3.v.r.) mit Landesgeschäftsführer Herbert Marhold, Vizepräsident Werner Friedl, Landtagsabgeordneter Klaudia Friedl, Vizepräsidentin Inge Posch-Gruschka und den Landtagsabgeordneten Doris Prohaska und Josef Loos.  |  NOEN, GVV Burgenland

Am Donnerstag ging die letzte Landtagssitzung vor den Wahlen am 31. Mai über die Bühne. Für zwei Mandatare war es der Abschied: Werner Gradwohl (ÖVP) aus Lindgraben und Erich Trummer (SPÖ) aus Neutal.

Werner Gradwohl war 28 Jahre im Landtag vertreten und ist gemeinsam mit Manfred Moser (SPÖ) der längstdienendste Mandatar. „Die Zeit war mit Höhen und Tiefen verbunden, letzten Endes war es sehr spannendend, ich konnte erleben, dass man das Burgenland mitgestalten kann“, zieht er Bilanz. Er erinnert sich gerne an den Tag im Jahr 1995, als das Burgenland die höchste Zustimmung zum EU-Beitritt erzielt hat. Der Landtag und die Gemeinden haben hier viel vorbereitet“, so Gradwohl.

„Das werde ich nie vergessen“

Einer der für ihn weniger schönen Momente war in seiner ersten Sitzung. Gradwohl war als Landesobmann der JVP in den Landtag einzogen und am 30. Oktober 1987 hätte Franz Sauerzopf von der ÖVP als Landeshauptmann gewählt werden sollen. Doch ein FPÖ-Mandatar hat nicht mitgestimmt, und so stellte die ÖVP nicht den Landeshauptmann.„Das werde ich nie vergessen“, erinnert er sich.

Seine letzte Sitzung war sehr rührend für den Lindgrabener, da seine ganze Familie – auch Enkel Konstantin – teilgenommen hat. Gemeinderat in Kobersdorf wird er bleiben, auch Obmann der Kommunalakademie. „Der Seniorenbund in meiner Heimatgemeinde ist mir ein besonderes Anliegen“, meint er. Außerdem möchte Gradwohl etwas Karitatives machen, um dem Land etwas zurückzugeben.

„Strukturwandel wurde vollzogen“ 

Auch Erich Trummer sieht seine Zeit als Landtagsabgeordneter als eine mit Höhen und Tiefen. „Wir haben sehr viel weitergebracht, in vielen Bereichen hat das Burgenland in das Spitzenfeld aufgeholt. Der Strukturwandel wurde vollzogen“, so Trummer. Er war vor allem für die Bereiche Gesundheit und Gemeinden zuständig, gerade in diesen habe es Meilensteine gegeben, führt er aus.

Nicht so schnell vergessen wird er die Sitzung zum Bank Burgenland-Verkauf, die von 10 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachts dauerte. „Das war eine richtige und wichtige Entscheidung“, ist er überzeugt. Trummer wird in seiner Funktion als Gemeindevertreterverbandspräsident weiterhin in der Landes- und Bundespolitik mitarbeiten.

„Mir geht die Qualität der Aufgaben vor der Quantität der Funktionen. Ich stehe nicht zur Verfügung für eine Politik der Oberfläche, Politik ist harte Arbeit. Und das braucht auch Zeit und geht nicht mit geteilten Zeitressourcen“, erklärt Erich Trummer.