Erstellt am 24. November 2010, 11:09

Diskussion um Öko-Siedlung. AM KIRCHBERG /  Nach langer Debatte um mögliche alternative Heizformen einigte man sich darauf, im Kaufvertrag für die Hausplätze fossile Brennstoffe zu verbieten.

DÖRFL / Dass das neue Siedlungsgebiet am Kirchberg eine Ökosiedlung werden soll - darüber war man sich im Gemeinderat bereits einig. Nun stand die Definition der Ökosiedlung auf der Tagesordnung des Gemeinderates, da man dies in den Kaufverträgen für die Grundstücke entsprechend verankern wollte.

Bereits im Vorfeld haben sich zwei Projekte herauskristallisiert. Die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft, die sechs Reihenhäuser bauen will, hat eine Erdwärmeheizung mit Tiefenbohrung angedacht. Die Urbarialgemeinde hatte indes ein Projekt für ein mit Hackschnitzel betriebenes Fernwärmeheizwerk vorgelegt. Bei der Gemeinderatssitzung am Montag der Vorwoche wurde dann auch über die Kosten für Anschaffung bzw. die Heizkosten der jeweiligen Varianten teils heftig diskutiert. „Wofür wir uns entscheiden, ist für diejenigen, die den Hausplatz kaufen, bindend. Mir kommen die Jahresheizkosten bei der Hackschnitzelheizung hoch vor. Ich habe mit dem Heizwerk kein Problem, aber ein moralisches Problem jungen Leuten, die viel Geld aufnehmen müssen, solche Kosten aufzudrängen“, meinte etwa SPÖ-Bürgermeisterin Klaudia Friedl. Aus Sicht der ÖVP war das vorgebrachte Kostengerüst zu hinterfragen. So meinte etwa Gemeinderat Johann Wanovits, dass man für einen seriösen Vergleich die Gesamtinvestitionskosten berücksichtigen müss. Und Wolfgang Heisinger meinte, man müsse Gleiches mit Gleichen vergleichen: „Im Prinzip müsste man den Preis einer Kilowattstunde vergleichen, dann wüsste man die Wahrheit.“ Für Heisinger, der auch Obmann der Urbarial ist, läge ein weiterer Vorteil der Hackschnitzelheizung darin, dass diese modulweise für das Dorf erweiterbar sei. In die gleiche Richtung argumentierte auch Grün-Gemeinderat Viktor Emmer, Kassier der Urbarial, der das Heizwerk für ein tolles Projekt gehalten hätte. „Es hat keinen Sinn, Ideen zu haben“, meinte Emmer enttäuscht.

Er stellte den Antrag den Namen Ökosiedlung dann wegzulassen, was mehrheitlich abgelehnt wurde. Einstimmig einigte man sich dagegen schließlich darauf, in den Kaufverträgen für die Grundstücke zu verankern, dass am Kirchberg keine fossilen Brennstoffe zum Heizen zugelassen sind. Damit könne der Käufer selbst entscheiden, welche Form der alternativen Energie er nutzen wolle, so Friedl.