Erstellt am 03. Juli 2013, 00:00

Draisine und Bahn gerettet. Eine Kooperation zwischen Land, Gemeinden und Sonnenland Railtour GmbH sichert Güterverkehr und Tourismusattraktion.

 |  NOEN, Sonnenland Draisinentour
„Ich bin hocherfreut, dass wir eine Möglichkeit gefunden haben, sowohl die Strecke für den Güterverkehr als auch die Tourismusattraktion Sonnenland Railtour zu erhalten“, kann Landeshauptmann Hans Niessl die Rettung der Bahnstrecke zwischen Deutschkreutz und Oberloisdorf verkünden. Wie die BVZ berichtete war im Dezember des Vorjahres der Güterverkehr auf der Strecke von der Rail Cargo Austria, die innerhalb der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) für die Abwicklung des Güterverkehrs verantwortlich zeichnet, mangels Wirtschaftlichkeit eingestellt und in weiterer Folge von den ÖBB die Einstellung der Strecke beim Infrastrukturministerium beantragt worden.

Intensive Verhandlungen punkto Weiterbestand der Strecke wurde von einem privaten Interessenten, dem Land und den Gemeinden des Bezirks geführt. Nun ist die Lösung, die sich bereits im Frühjahr abgezeichnet hat, laut Landeschef fix: Die Sonnenland Railtour GmbH wird die Eisenbahnstrecke zum Zweck des Weiterbetriebs der Infrastruktur und zur Führung von Güterverkehr und des Draisinentourbetriebs von den ÖBB kaufen und bei diesem Vorhaben durch eine finanzielle Förderung seitens der Gemeinden des Bezirks und des Landes unterstützt. In vielen Gemeinden wurden die entsprechenden Beschlüsse auf Förderung dieses Projekts bereits gefasst, bei einigen Gemeinderäten steht dieses Thema allerdings erst auf der Tagesordnung. Insgesamt wurde ein Kaufpreis von 900.000 Euro kolportiert, der durch die Kooperation zwischen Sonnenland Railtour, Land und Gemeinden aufgebracht werden muss.

Güterverkehr kann zurück auf die Schiene

„Zuletzt wurden auf dieser Strecke 77.000 Tonnen Güter im Jahr transportiert. Durch das Weiterbestehen der Bahn wird sichergestellt, dass die Gütertransporte nicht dauerhaft auf die Straße verlagert werden. Die Maßnahme unterstützt die über die Bahn transportierenden Unternehmen sowie deren Zwischentransporteure und Dienstleister aus der Region“, so Niessl. Und verweist auch auf die gleichzeitige Absicherung des Draisinenbetriebs. „Die rund 40.000 jährlichen Gäste sind ein wichtiger touristischer und wirtschaftlicher Faktor für den ganzen Bezirk Oberpullendorf.“

Sonnenland Railtour-Betreiber Günther Glöckl wollte vor Unterzeichnung seines neuen Vertrages mit den ÖBB noch keine Stellungnahme zur ausverhandelten Lösung abgeben.

Indes meldete sich Landtagsabgeordneter Manfred Kölly zu Wort. Er fordert ob der Wiederaufnahme der Gütertransporte auf der Bahnstrecke – diese sollen dem Vernehmen nach vom neuen Betreiber mit der Raab Ödenburger durchgeführt werden – , dass der Güterverkehr wieder auf die Schiene kommt. „Das Holz soll zu den Verladestellen nach Oberloisdorf, Markt St. Martin und Oberpullendorf und die Rüben zur Verladestelle nach Lackendorf gebracht werden“, so Kölly. „Hier setzt sich eine Tonnage zusammen, die sich wirtschaftlich rechnen kann.“