Erstellt am 17. April 2014, 07:00

Draisinentour macht Dampf zum Jubiläum. Günther Glöckl hat einiges vor: ein Hotel, eine Art Sommerrodelbahn und die Wiederaufnahme des Güterverkehrs.

Freuen sich über den 10. Geburtstag der Draisinentour: Landtagsabgeordneter Rudolf Geißler, Kristina Grainer, Landesrätin Michaela Resetar, Günther Glöckl, Waltraud Strobl, Petra Amminger und Thomas Artner.  |  NOEN, BVZ

„Vor zehn Jahren haben mir viele gesagt, das wird nicht funktionieren, umso mehr freut es mich, dass wir noch leben“, schmunzelte Sonnenland Draisinentour-Chef Günther Glöckl zum 10. Geburtstag des Tourismusprojekts. Dieses hat bislang über 300.000 Gäste vor allem aus Österreich, Ungarn, Deutschland und zuletzt verstärkt aus Tschechien und der Slowakei ins Mittelburgenland gelockt.

„Es wird eine Sommerrodelbahn werden“

Rund 38.000 Besucher kommen jährlich, manche waren schon 12 Mal da, der Schnitt liegt bei sieben Besuchen. „Zuerst kommen sie mit der Familie, dann auf Betriebsausflug und dann mit dem Verein“, meint Glöckl. „Laufkundschaft gibt es keine, wir müssen jeden Gast herholen.“ Deshalb ist man ständig bemüht, neue Attraktionen zu schaffen. So werden mittlerweile auch Segway Touren und „Tafeln im Weinberg“ geboten.

Eine neue Attraktion ist bei der Station Stoob geplant. „Es wird etwas Ähnliches wie eine Sommerrodelbahn im Bereich Gaudi werden“, möchte Glöckl noch nicht viel verraten. Es könnte aber noch heuer mit der Umsetzung begonnen werden ebenso wie mit der eines Hotels im Raum Deutschkreutz. Die Pläne für das Hotel mit 40 Betten in der ersten Ausbaustufe sind fertig. „Pro Jahr werden rund 5.000 Nächtigungen von uns gebucht. Jede zweite Anfrage ist mit Übernächtigung. Das Problem: es gibt zu wenig Betten im Bezirk“, erklärt Glöckl.

Verhandlungen: Güter bald wieder auf Schiene?

Der Neubau der Mittelstation der Draisinentour in Markt St. Martin wurde hingegen zurückgestellt. Grund ist, dass man nach Einstellung des Bahnbetriebs durch die ÖBB, die Strecke um 900.000 Euro gekauft hat, mit Unterstützung des Landes und der mittelburgenländischen Gemeinden. „Für uns war es die richtige Entscheidung. Wenn einmal eine Schiene weg ist, kommt diese niemals wieder“, erklärt Glöckl.

Er führt Gespräche mit mehreren Interessenten für Gütertransporte auf der Schiene, darunter soll sich die Firma Swietelsky befinden. Glöckl möchte den künftigen Güterverkehr auch touristisch vermarkten. „Der Lokführer soll einen Gast mitnehmen, der als Güterzugarbeiter mit ihm verschieben darf und am Abend eine Urkunde bekommt. Da erwarten wir internationales Publikum“, so Glöckl, der sich selbst auch als „Eisenbahn-Narr“ sieht.

„Die Draisinentour ist ein Zugpferd geworden“, gratulierte Tourismus-Landesrätin Michaela Resetar. „Rund 300.000 Besucher sorgten für Wertschöpfung in den Gemeinden. Erfreulich ist auch, dass 25 Arbeitsplätze geschaffen wurden.“