Erstellt am 20. Januar 2016, 10:12

von NÖN Redaktion

Drei Gemeinden wollen Bürger mobiler machen. Grünes Licht aus Lockenhaus, Pilgersdorf und Unterrabnitz-Schwendgraben für Detailplanung eines Mikro-Öffentlichen Verkehrs.

Startschuss für Mobilitätskonzept: Die Bürgermeister Ewald Bürger (Pilgersdorf), Franz Haspel (Unterrabnitz) und Christian Vlasich kooperieren für mehr Mobilität in der Region. Verkehrssachverständiger Roman Michalek (2.v.r) unterstützt die Gemeinden bei der Konzepterstellung.  |  NOEN, zVg

Wie kann man mit einem Sammeltaxi-System dafür sorgen, dass Menschen aus allen Ortsteilen einer Gemeinde einkaufen oder zum Arzt fahren können? Wie kann man für diese einen Zubringer zu den entlang der B50 fahrenden Linienbussen schaffen, damit unter anderem Eltern jener Schüler, die höhere Schulen im Landessüden besuchen und derzeit zum Schulbus nach Piringsdorf oder Lockenhaus gebracht werden müssen, entlastet werden können?

Grünes Licht für gemeindeübergreifendes Projekt

Konkrete Lösungsansätze für solche und ähnliche Fragen soll die Detailplanung für ein nachfrageorientiertes Mikro-Öffentlicher Verkehr (ÖV)-System bringen. Nach dem Gemeinderat Pilgersdorf, der den Auftrag dafür bereits im November an die Firma EBE Solutions vergeben hat und der Gemeinde Unterrabnitz-Schwendgraben – die BVZ berichtete - signalisierte bei der Gemeinderatssitzung am Mittwoch auch der Gemeinderat Lockenhaus im Rahmen der Förderansuchen für die Dorferneuerung für die bis 2020 geplanten Projekte grünes Licht für das gemeindeübergreifende Projekt.

Im Zuge dessen sollen gemeinsam mit den Gemeindeverantwortlichen und der Bevölkerung die wesentlichen Anforderungen an ein derartiges System definiert werden.

Haushaltsbefragung und Bürgerveranstaltungen

Einzelgespräche mit den drei Bürgermeistern Ewald Bürger, Franz Haspel und Christian Vlasich wurden bereits geführt, um die jeweiligen Besonderheiten der einzelnen Gemeinden berücksichtigen zu können.

Als nächste Schritte sollen eine Haushaltsbefragung sowie Bürgerveranstaltungen erfolgen, damit die Bürger ihre Wünsche und Anregungen für das Mikro-ÖV-System formulieren können.

Der Schwerpunkt des Projekts soll darauf liegen, jenem Teil der Bevölkerung Zugang zu Mobilitätsdienstleistungen zu ermöglichen, die aufgrund des Fehlens von öffentlichen Verkehrsangeboten derzeit keine oder nur eingeschränkte Möglichkeiten haben, ihre täglichen Erledigungen selbstständig durchzuführen.

Die Erstellung eines gemeindeübergreifenden Mobilitätskonzepts wird im Rahmen der Dorferneuerung mit 85 Prozent gefördert. Der Nachweis eines schlüssigen Konzepts betreffend Betrieb und Kosten ist wiederrum Voraussetzung dafür, dass in weiterer Folge jährliche Aufwände für Betriebsausgaben wie zum Beispiel die Kosten für ein Taxisystem gefördert werden.