Erstellt am 26. Januar 2011, 00:00

 Einigung auf Trasse für die.  BÜRGERVERSAMMLUNG / Für den Weiterbau der S31 gibt es eine Trasse, Kritik kommt

REGION / „Ich nehme aus der Diskussion mit, dass sehr viel Interesse an einer Umfahrung als Landesstraße gegeben ist, die Bürgermeister kein Veto gegen die Trasse haben und wir die Planer jetzt beauftragen können, diese Trasse zu vorzubereiten, und sämtliche Verfahren einzuleiten“, zog Straßenbaulandesrat Helmut Bieler nach der Bürgerversammlung am Dienstag der Vorwoche in Unterloisdorf Bilanz. Thema war die Trasse der B61a, die Weiterführung der S31 von Oberpullendorf bis zur Staatsgrenze.

Wie die BVZ berichtete, hatte die ASFINAG bei ihrer Evaluierung aller Straßenbauprojekte die S31 in der Prioritätenliste ganz nach hinten gereiht und das Land danach in Verhandlungen mit dem Ministerium erreicht, dass der Bund 37 Millionen Euro zur Verfügung stellt, dass die S31 als Landesstraße B61a gebaut werden kann.

Man hatte sich für einen offenen Planungsprozess entschieden, im Zuge dessen nun die Bürgerversammlung stattfand.

Mehr als 200 Interessierte  bei Bürgerversammlung

Über 200 interessierte Kommunalpolitiker und Bürger waren gekommen. Baudirektor Hans Godowitsch stellte ihnen die geplante Trasse vor. Diese beginnt beim Kreisverkehr Oberpullendorf, schmiegt sich dann an den Oberpullendorfer Wald und verläuft dann weiter Richtung L332 zwischen Oberloisdorf und Mannersdorf, die sie niveaugleich mit einem Kreisverkehr quert. Die Trasse führt von dort entlang des Schneeweiß-Rücken bis zur Querung mit der B61 zwischen Mannersdorf und Rattersdorf und von dort weiter bis zum bestehenden Grenzübertrittspunkt nach Rattersdorf (siehe auch Grafik). „Man braucht natürlich auch eine räumliche Trassierung gemäß den geografischen Verhältnissen, muss schauen, dass Steigungen und Gefälle ausgewogen sind. Man kann keine Verkehrsunsicherheit einbauen“, führte Godowitsch aus. „Wenn es heute ein Einverständnis zur Trasse gibt, kann der Projektant morgen mit detaillierten Planungen beginnen. Es wird sich eine Gruppe von Gemeindevertretern und Planern herauskristallisieren, die die Planung begeleitet, damit das örtliche Know How mit einfließt“, so Godowitsch weiter.

„Je schneller wir uns auf eine Trasse einigen, desto rascher können wir bauen. Wünsche, die schon aus der Region gekommen sind, haben wir schon versucht, einzubauen“, meinte auch Landesrat Bieler. Die Bürger waren nun nochmals aufgefordert, ihre Meinung zum vorliegenden Trassenvorschlag kundzutun.

Kritik an Trasse aus der  Siedlung Sonnriegl

Änderungswünsche traten nur vereinzelt auf und betrafen in erster Linie das Siedlungsgebiet Sonnriegel in Steinberg. Dort war die Straße in früheren Planungen durch den Wald geführt worden, nun schmiegt sich diese außen an den Wald an. „Man hat immer gesagt, dass die Straße entlang der Hottergrenze geführt wird. So können wir nicht damit leben. Man kann nicht den Menschen dort auf 250 Meter eine Straße hinbauen“, erklärte Viktor Zötl, Mitstreiter der ersten Stunde des Personenkomitees für die S31. Und ein Bewohner des Sonnriegls betonte, dass er die dramatische Änderung der Strecke gegenüber dem ursprünglichen Planungsprozess bedaure. Das betroffene Gebiet sei für Bauland/Fremdenverkehr gewidmet. „Man fährt mit der Trasse nahe an ein Gebiet, wo sich Menschen erholen können sollten. Ich bin deshalb mit meinen asthmatischen Kindern von der Stadt aufs Land gezogen. Ich möchte, dass die Trasse so gebaut wird, wie ursprünglich geplant. Es macht wenig Sinn, wenn man die Bevölkerung einerseits entlastet und anderen die Belastung vor die Nase setzt.“ Baudirektor Godowitsch erklärte die neue Trassenführung in diesem Bereich damit, dass dadurch der Biotopverbund besser gewährleistet sei und man sich daher eine bessere Zustimmung bei der Umweltverträglichkeitsprüfung erwarte. Man werde mit einem Sichtschutz einen Ausgleich schaffen, so dass man trotz der näheren Lage der Trasse zu den Häusern die gleichen Voraussetzungen habe, wie bei der ursprünglichen Trasse im Wald bzw. sogar eine wesentliche Verbesserung erreiche. Ein Planer erläuterte, dass die Trasse dort in einer Tieflage verlaufe und die Siedlung durch einen vier Meter hohen Damm geschützt werde. „Das entspricht den Maßnahmen an der S1 um Wien herum und dort fahren täglich 50.000 Fahrzeuge und das funktioniert“, so der Planer. „Ich verstehe die Sorgen. Wenn ich dort leben würde, wäre ich auch misstrauisch“, meinte Straßenbaulandesrat Bieler. „Aber so wie es mir die Planer erklärt haben, hat sich die Situation trotz geringeren Abstandes durch die neue technische Ausführung verbessert, nicht verschlechtert.“ Bieler will die Anrainer mit genauen Modellen überzeugen und so erreichen, dass Verständnis über den Schutz hergestellt wird.

Konkrete Anfragen gab es dann auch bezüglich des Zeitplans. „Ich höre seit 13 Jahren, dass es eine Umfahrung geben wird. Ich habe die hohe Befürchtung, dass dies eine Neverending Story wird, aber das hoffe ich doch nicht“, wollte ein Anrainer aus Unterpullendorf wissen, was „worst case“ und „best case“ puncto Zeitplan wären.

„Verfahren im heurigen  Jahr abschließen“

Baudirektor Godowitsch erklärte, dass man in spätestens zwei Monaten die Umweltverträglichkeitsprüfungs(UVP)-Erklärung abgeben möchte und die UVP beantragen. Diese dauere dann etwa 6 bis 9 Monate. „Ich gehe davon aus, dass wir die Verfahren im heurigen Jahr abschließen können“, so Godowitsch. Anfang des nächsten Jahres soll das Bauprojekt dann ausgeschrieben und nach etwa zweijähriger Bauzeit fertiggestellt werden. Die Verkehrsfreigabe wird also voraussichtlich 2014 erfolgen.

Eine frohe Botschaft gab es auch für all jene, die in der Vergangenheit den Bau der Straße in einem durch bis zur Grenze gefordert hatten. Bieler versprach, dass die gesamte Straße gemeinsam zur UVP eingereicht und in einem Zug umgesetzt werden soll. „Ziel ist die 13 Kilometer so rasch als möglich zu bauen“, so Bieler.

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