Erstellt am 11. März 2015, 06:45

von Doris Fischer

Halloween-Schütze: In Kürze wieder frei. 21 Monate Haft, davon sieben Monate unbedingt, für den Oberpullendorfer Halloween-Schützen von Eisenstadt/Großhöflein. Am 21. März öffnet sich für ihn die Gefängnistür.

Am Weg zur Anklagebank. Hinter einer orangefarbenen Aktenmappe versteckte sich der 32-Jährige aus dem Bezirk Oberpullendorf. Foto: Kirchmeir  |  NOEN, Kirchmeir

Sieben Monate unbedingte Haft für den Halloween-Schützen von Großhöflein: 18 Tage nach Urteilsverkündung am 3. März wird der 32-jährige ehemalige FPÖ-Bezirkspolitiker aus dem Mittelburgenland ein freier Mann sein.

Vorwurf der absichtlichen schweren Körperverletzung

„Er wird am 21. März enthaftet, da er zu diesem Zeitpunkt zwei Drittel der verhängten Strafe, unter Anrechnung der U-Haft, abgesessen hat“, so Richter Wolfgang Rauter. Staatsanwalt Christian Petö warf dem Angeklagten absichtliche schwere Körperverletzung vor.

Am 31. Oktober 2014 hatte der Mann auf der Terrasse seines Halbbruders in Großhöflein stehend mit einem Gewehr auf die 13-jährige Caroline Bredlinger aus Eisenstadt geschossen – BVZ.at hatte berichtet:



Im Bereich des Beckens schwer verletzt, brach die Leistungssportlerin zusammen. Drei große und 22 kleine Splitter des Projektils befinden sich noch immer in ihrem Körper.

„Habe Angst, dass sich einer der Splitter verschiebt“

Die 13-jährige fürchtet sich, wie sie vor Gericht sagte, vor Folgeschäden. „Ich habe Angst, dass sich einer der Splitter verschiebt“, erklärte sie. In der Schule leidet sie beim Sitzen nach der dritten Stunde unter Schmerzen, beim Training bei längeren Läufen ebenfalls.

„Ich bekenne mich schuldig und übernehme die komplette Verantwortung“, gab der Angeklagte vor Gericht die Tat zu.

Rauter: „Mädchen hätte sterben können!“

„Sie müssen dem Herrgott danken, dass nicht mehr passiert ist“, ermahnte der Richter den Angeklagten. „Nur einen Zentimeter weiter wäre eine Hauptader getroffen worden und das Mädchen hätte sterben können.“

Der Schuss-Sachverständige Ingo Wieser erläuterte, dass es sich keinesfalls um einen Abprallschuss gehandelt haben kann. Das Geschoß sei zersplittert, als es am Beckenknochen auftraf. Bei einem Schädelschuss mit derselben Waffe hätte der Tod eintreten können.

„Er dachte sich, einer von denen brenn‘ ich eine drüber“, fasste Staatsanwalt Petö die Fakten zusammen. „Absichtlichkeit wurde nicht angenommen“, erläuterte der Richter sein Urteil.

BVZ.at hatte vergangene Woche und auch davor laufend berichtet: