Erstellt am 23. September 2015, 09:03

von NÖN Redaktion

Hitze: Weniger Rüben. Im langjährigen Durchschnitt gibt es zwanzig Prozent weniger Zuckerrüben, im Vergleich zu 2014 sogar fünfzig Prozent.

Im Einsatz: Alfred Vukovich ist seit der Vorwoche mit seiner Erntemaschine im Bezirk Oberpullendorf unterwegs.  |  NOEN, Graf

Seit voriger Woche läuft im Bezirk die Rübenernte, die sogenannte Rübenkampagne. Nach derzeitigem Stand wird die Erntemenge etwa 50 Prozent weniger als im Vorjahr betragen. „Dazu muss man aber sagen, dass das Vorjahr überdurchschnittlich gut war.

Im Durchschnitt wird die Menge etwa 20 Prozent weniger sein“, so Johann Eichberger vom Landwirtschaftlichen Bezirksreferat. Dies führt er vor allem auf die Trockenheit zurück, pro Quadratmeter fehlen in etwa 100 Millimeter Regen.

Zuckergehalt fällt heuer höher aus

Im Bezirk werden etwa auf 1.000 Quadratmeter Rüben angebaut. Bei der derzeitigen Ernte ist Alfred Vukovich mit seiner Maschine unterwegs. Auch er führt aus, dass es etwa fünfzig Prozent weniger Erntemenge als im Vorjahr gibt. „Dafür haben die Rüben einen höheren Zuckergehalt als im Vorjahr.“

Die Ernte wird noch bis Ende November dauern. „Wir haben gerade erst mit der Ernte angefangen, daher kann man noch nichts Genaueres sagen. Dies bestätigt auch Stefan Karall, Vertreter der Rübenbauern im Bezirk. „Die Haupterntezeit beginnt erst im Oktober. Momentan ist die Ernte durch die Trockenheit dieses Jahres nicht besonders ertragsmäßig.

Der Ertrag ist um ein Drittel bis zu einer Hälfte weniger als letztes Jahr. Wenn es jetzt keinen Regen mehr gibt, dann wird auch nicht viel mehr Ernte zu erwarten sein“, so Karall.

Preissituation noch nicht absehbar

Die Preissituation bei den Rüben sei derzeit noch nicht absehbar, führt Johann Eichberger aus. „Es könnten nicht nur geringe Erträge, sondern auch geringe Preise auf die Bauern zukommen“, so Eichberger.

Burgenlands Rübenbauern-Präsident Johann Wurzinger weist auch darauf hin, dass das heurige Jahr nicht nur von den lang anhaltenden Hitzeperioden und den hohen Bewässerungskosten, sondern auch von großem Schädlings-, Unkraut- und Krankheitsdruck geprägt war. „Die heimischen Rübenbauern brauchen dringend bessere Rübenpreise als im Vorjahr, damit eine umweltschonende Produktion im Burgenland weiterhin aufrecht erhalten werden kann“, so Wurzinger.

Franz Stefan Hautzinger, Präsident der Landwirtschaftskammer betont, dass wo es möglich ist, Rüben mit der Bahn transportiert werden. „Die Bundesbahn kann aber nicht alle der fast 3 Millionen Tonnen der österreichischen Rübenernte auf der Schiene transportieren. Deshalb werden während der Zuckerrübenernte vermehrt Traktore mit großen Anhängern, aber auch Lastkraftwägen unterwegs sein“, so Hautzinger.