Erstellt am 17. März 2016, 05:04

von NÖN Redaktion

Flächen für Windräder im Visier. Energie Burgenland versucht Optionsverträge für Flächen im Bereich Raiding, Horitschon, Groß- und Kleinwarasdorf zu erhalten.

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Bei der Gemeinderatssitzung am vergangenen Freitag hat sich der Raidinger Gemeinderat in einem Grundsatzbeschluss einstimmig dafür ausgesprochen, die Gespräche der Windkraft Burgenland mit Grundstückseigentümern bezüglich der Errichtung von Windkrafträdern zu unterstützen.

Die Tochter der Energie Burgenland lotet derzeit aus, ob sich im Bereich Raiding, Horitschon und Groß- bzw. Kleinwarasdorf Grundstückseigentümer bereit erklären würden, Optionsverträge für eine spätere Windpark-Nutzung abzuschließen. „Wir und andere Windparkbetreiber prüfen laufend mögliche Standorte und Projektmöglichkeiten“, heißt es dazu von der Energie Burgenland. Erst dann würden überhaupt Windmessungen gestartet.

„Die Standortauswahl der Windparks hängt von den landschaftlichen Gegebenheiten und den dort herrschenden Windverhältnissen ab. Vor einer Standortentscheidung müssen daher umfassende Analysen und Prüfungen durchgeführt werden“, so die Energie Burgenland weiter. „Es gibt dort derzeit weder Eignungszonen noch ein konkretes Projekt.“

Bedenken wegen Landschaftsbild

Dennoch gibt es erste Bedenken aus der Bevölkerung, dass die malerische Landschaft rund um die Weingebirge im Ried Raga durch eine ganze Reihe von über 200 Meter hohen Windrädern zerstört werden könnte.

Weiters wird die Sinnhaftigkeit weiterer Windkraftwerke im bereits energieautarken Burgenland in Frage gestellt und kritisiert, dass zwar einzelnen Grundstückseigentümern und verantwortlichen Gemeindevertretern der betroffenen Gemeinden finanziell verlockende Angebote gemacht werden, aber nicht die gesamte betroffene Bevölkerung über die Windparkpläne informiert wird.

„Naturressourcen nutzen als Gebot der Stunde“ 

„Wir wissen, dass wir mit dem Ried Raga ein einzigartiges landschaftliches Gebiet unser eigen nennen, und haben dies mit der Renovierung der Urbanikapelle mit dem Einsatz von Geld und Herzblut auch gezeigt. In einer Region, die wirtschaftlich an mangelnder Unterstützung leidet, ist es ein Gebot der Stunde unsere zwei Naturressourcen zu nutzen: den Wein und die Windenergie! Die Windkraft Burgenland und die Grundstückseigentümer haben unsere vollste Unterstützung bei der Projekterstellung“, so Raidings Ortschef Markus Landauer.

Mehrheit der Urbarial für Optionsverträge 

Sein Großwarasdorfer Kollege Rudolf Berlakovich möchte das Thema nun ebenfalls im Gemeinderat behandeln. „Bei uns würden weitere Windräder dort entstehen, wo bereits die Windparks Deutschkreutz und Nikitsch sind. Das ist nur eine Erweiterung auf den Hotter von Großwarasdorf und Kleinwarasdorf“, erklärt Berlakovich. In Kleinwarasdorf betreffe der Großteil der Flächen den Urbarialwald und die Mehrheit habe sich für eine Unterzeichnung der Optionsverträge ausgesprochen.

Heger: „Keine Windräder ohne Bürgerbefragung“

In Horitschon geht es um maximal sechs Windräder in dem Gebiet an der Grenze zwischen den Katastralgemeinden Horitschon und Unterpetersdorf. Bürgermeister Peter Heger versichert: „Ohne Bürgerversammlung und Bürgerbefragung wird es keine Windräder in Horitschon geben. Mache nichts gegen den Willen der Bürger.“