Erstellt am 28. März 2012, 00:00

Fledermaus-Kot düngt Sportplatz. INNOVATIV / Der SC Unterrabnitz verzichtet bei der Rasenpflege auf Kunstdünger und setzt stattdessen auf die Hilfe der Fledermäuse von Schwendgraben und Markt Allhau.

Beim Aufbringen des Fledermaus-Kots: Obmann Willi Heißenberger bei der natürlichen Rasenpflege. FOTO: GRABNER  |  NOEN
VON MICHAELA GRABNER

UNTERRABNITZ /  300 bis 450 Kilogramm Fledermauskot sollen in Unterrabnitz dafür sorgen, dass das Gras auf dem Sportplatz wächst und gedeiht. Der SC Unterrabnitz mit Obmann Wilhelm Heißenberger verzichtet heuer auf Kunstdünger und setzt bei der Rasenpflege ganz auf die Natur. „Fledermaus-Kot ist der beste Dünger, ähnlich dem Guano-Dünger“, ist Heißenberger überzeugt (siehe Infobox). Er hatte im Vorjahr den natürlichen Dünger auf einem kleinen Fleck an der Corner-Fahne getestet.

Das Ergebnis überzeugte so, dass einige Spieler auf den Dachboden der Schwendgrabener Kirche ausrückten, wo es eine Kolonie mit rund 700 Fledermäusen gibt, um deren Kot einzusammeln. Weiteren Kot konnte man von der Pfarre Markt Allhau beziehen, die ebenfalls eine Fledermaus-Kolonie beheimatet. „Für uns ist es wichtig, dass wir die Menge zusammengebracht haben“, betont Heißenberger. „Es gibt genug Fledermauskolonien. Man kann den Kot aus den Quartieren holen, während sich die Fledermäuse in ihren Winterquartieren befinden, damit diese nicht gestört werden.“ Am Montag begann man damit, den natürlichen Dünger am Sportplatz auszubringen. Parallel dazu sollen am Trainingsplatz zwei Teststreifen – einer mit Kunstdünger und einer mit Fledermaus-Kot – angelegt werden, um einen direkten Vergleich zu haben. „Das Artenschutzprojekt der Gemeinde trägt Früchte, sonst wären wir nie auf diese Idee gekommen“, so Heißenberger.


NATÜRLICHE DÜNGER

  • Guano ist ein feinkörniges Gemenge von verschiedenen Phosphaten, Apatiten, Nitraten und organischen Verbindungen. Er entsteht aus den Exkrementen von Seevögeln.
  • Fledermausguano ist eine besondere Form des Guano, der von Fledermäusen produziert wird. Der aus den Exkrementen der Tiere gebildete Stoff gilt als besonders stickstoffreicher, wertvoller Dünger. Er besteht er aus rund 9 Prozent Stickstoff, 1,5 bis 2 Prozent phosphorsauren Alkalien und um 3 Prozent Phosphorsäure.  QUELLE: WIKIPEDIA