Erstellt am 09. April 2013, 12:19

Frühmittelalterdorf gesperrt. Die offizielle Benützungsfreigabe ist noch ausständig. Laut Behörde fehlen noch Unterlagen. Nach einer Lösung für den Fortbestand des Museums wird gesucht.

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Bereits 2003 hat sich der Verein Frühmittelalterdorf konstituiert, der noch im selben Jahr mit dem Bau eines Freilichtmuseums begonnen hat. Nach archäologischen Befunden wurde ein Grubenhaus gebaut. Es folgten ein weiteres Grubenhaus, ein Rennofen und eine Schmiede. Im September 2004 fand erstmals ein Tag der offenen Tür statt, dem weitere Veranstaltungen folgten. Im Mai 2008 erfolgte dann die offizielle Eröffnung.

Derzeit ist das Frühmittelalterdorf allerdings gesperrt. Denn formaljuristisch muss unter das Bauvorhaben noch der Schlussstrich in Form einer Benützungsfreigabe gesetzt werden. „Die Endabnahme der Bezirkshauptmannschaft fehlt. Es geht vor allem um zwei Punkte, die Statik der Dächer und die Fundamentierung“, berichtet Bürgermeister Franz Haspel. Er möchte versuchen, eine Lösung zu finden, damit das Frühmittelalterdorf aufrecht gehalten werden kann.

Dass das Frühmittelalterdorf eine Zukunft hat, wünscht sich auch der Verein Frühmittelalterdorf. Schließlich wurden rund 200.000 Euro inklusive Förderungen, Eigenkapital und Eigenleistungen in das Projekt investiert und schon eine ganze Reihe von Gebäuden errichtet: fünf Häuser, eine Schmiede, ein Rennofen und ein Backofen mit Schutzdach. Außerdem hat man den Einzug in den europäischen Museumsführer authentischer archäologischer Museen geschafft.

„Bauten wurden von Archäologen errichtet“

Im Zuge der momentanen Situation hat sich der Verein allerdings aufgelöst. „Wir wollten Wind aus den Segeln nehmen“, erklärt Obmannstellvertreter Willi Heißenberger. Man hofft, dass Gemeinde und Bezirkshauptmannschaft gemeinsam eine Lösung finden. Für den Verein sind manche Punkte in einem authentischen Freilichtmuseum nicht so umsetzbar wie in einem modernen Gebäude. „Die Bauten im Frühmittelalterdorf wurden mit Experten für experimentelle Archäologie der Uni Wien gebaut. Diese bauen in ganz Europa“, erklärt Heißenberger. Gemeinde und Verein hoffen, eventuell von der Uni Wien eine Bestätigung dafür bekommen zu können, dass die von der Behörde geforderten Punkte erfüllt werden.

„Am Zug ist das Frühmittelalterdorf oder die Gemeinde als Grundeigentümer noch entsprechende Unterlagen vorzulegen“, meint Bezirkshauptmann Klaus Trummer. „ Es geht darum die Sicherheit zu haben, dass die Gebäude ordnungsgemäß errichtet sind und gefahrlos benützt werden können. Das kann nur im Interesse aller sein – von Bezirkshauptmannschaft, Gemeinde und Verein.“