Erstellt am 28. August 2012, 12:29

Fünfjähriger schoss Tante an. Im Mittelburgenland ist es am Montagnachmittag zu einem tragischen Zwischenfall gekommen: Ein fünfjähriger Bub hatte in einem Einfamilienhaus in Hammerteich (Bezirk Oberpullendorf) in einem Schrank ein Flobertgewehr gefunden und damit hantiert.

In dem Moment, als seine Tante nach ihm schaute, brach ein Schuss. Die 21-jährige Frau aus Wien wurde am Kopf getroffen und lebensbedrohlich verletzt.

Der Bub hielt sich gemeinsam mit seinen Eltern, den Großeltern und seiner Tante im Haus des Urgroßvaters auf. Um etwa 13.20 Uhr fand er dort in einem begehbaren Schrank ein abgelegtes Kleinkalibergewehr, so Bezirkspolizeikommandant Oberstleutnant Emmerich Schedl am Dienstag.

Der Bub habe das Gewehr genommen und versucht, den Abzug zu betätigen. Nachdem sich dieser nicht betätigen ließ, habe er an der Waffe hantiert und dabei offenbar den Sicherungshebel gelöst. Gerade in dem Moment, als seine 21-jährige Tante in den Kasten sah, um nach dem Neffen zu schauen, brach ein Schuss.

Die Frau wurde von dem Projektil des Kalibers 22 in den Kopf getroffen. Sie war nach Informationen der Ärzte von Dienstagvormittag in lebensbedrohlichem Zustand, so Schedl. Ein Notarzthubschrauber hatte die 21-Jährige am Montag in das Wiener SMZ Ost geflogen.

Die Erhebungen nach dem Zwischenfall seien noch nicht abgeschlossen. "Wir müssen mit allen Personen, die im Haus anwesend waren, das Ganze noch überprüfen", sagte der Bezirkspolizeikommandant. Derzeit deute jedoch nichts daraufhin, dass sich der Vorfall anders abgespielt haben könnte: "Es war ein Unglücksfall", betonte der Bezirkspolizeikommandant.

Der Zustand der 21-jährigen Wienerin war am Mittwoch "unverändert und kritisch". Das teilte eine Pressesprecherin des Wiener Krankenanstaltenverbundes mit. Sie befindet sich im künstlichen Tiefschlaf.

Die Polizei ging auch am Mittwoch weiterhin von einem "Unglücksfall" aus. "Wir sind mit den Einvernahmen noch nicht ganz fertig, aber es gibt noch immer keine Hinweise darauf, dass sich der Vorfall anders ereignet hat. Für uns sind noch kriminaltechnische Untersuchungen wichtig, die noch etwas dauern. Ich gehe allerdings davon aus, dass sich nichts ändern wird", sagte Bezirkspolizeikommandant Oberstleutnant Emmerich Schedl.