Erstellt am 15. Mai 2013, 11:29

Geld für 803 Projekte. Jubiläum | Der 9. Mai wird als Europatag gefeiert. Die Region profitiert von Förderungen der Europäischen Union.

Preisgekrönt: Im Jahr 2010 wurde erstmals vom Landesschulrat ein Comenius-Preis verliehen. Präsident Gerhard Resch, Julius Marhold von Raiffeisen, Landeschef Hans Niessl und Ministerin Claudia Schmied gratulierten damals Direktorin Helene Schütz-Fatalin, Philip Juranich und Thomas Prunner aus der Handelsakademie.  |  NOEN
REGION | 19,82 Millionen Euro sind derzeit an EU-Förderungen aus dem Phasing-Out Programm von 2007 bis 2012 für den Bezirk reserviert. Da noch nicht alle Projekte komplett abgerechnet sind, kann man die Gesamtfördersumme noch nicht genau bestimmen, heißt es aus dem Regionalmanagement Burgenland (RMB). „Vor allem die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt ist hervorzuheben“, so Geschäftsführer Georg Schachinger.

Vergangene Woche feierte man den Europatag – den 9. Mai. Im Jahr 1950 hielt der französische Außenminister Robert Schuman eine Rede, bei der er seine Vision einer neuen Art der politischen Zusammenarbeit darlegte – die Geburtsstunde der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, der Vorläuferorganisation der Europäischen Union (EU). Die Unterstützung durch diese werde auch in Zukunft wichtig sein, um die burgenländische Wirtschaft anzukurbeln, neue Arbeitsplätze zu schaffen und regionale Disparitäten abzubauen, ist Schachinger überzeugt. „Da das Burgenland den Status einer Übergangsregion erhalten hat, werden zwar geringe, aber doch nicht unerhebliche Fördergelder der EU ins Burgenland fließen“, eklärt der RMB-Geschäftsführer.

Sowohl positive als auch negative Aspekte an der Europäischen Gemeinschaft sieht Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiter Markus Schrödl: „Als Arbeiterkammer bekennen wir uns zur EU. Sie hat sowohl Positives, wie etwa die Fördermittel für Qualifizierungen, aber auch Herausforderungen, die mit der Arbeitsmarktöffnung einhergehen, gebracht.“ Und auch Wirtschaftskammer-Regionalstellenleiter Herbert Rosenitsch meint: „Die EU-Förderungen haben hohe Investitionen ausgelöst, von denen viele Wirtschaftszweige, etwa Tourismus und Kultur, profitiert haben.“ Die EU sei aber zudem als Friedensprojekt anzusehen, durch die offenen Grenzen könne man sich frei bewegen, so Rosenitsch weiter.

Auch an den Schulen wird in europäischen Dimensionen gedacht. Helene Schütz-Fatalin, Direktorin der Handelsakademie und Handelsschule, erklärt, dass man derzeit ein Comenius-Projekt durchführt und bereits an einem neuen arbeitet. „Der Nutzen ist sehr groß. Wir bekommen dadurch finanzielle Mittel an die Schule. Die Schüler können auch an die Partnerschulen gehen, und im Rahmen der individuellen Schülermobilität bis zu drei Monate EU-gefördert ins Ausland gehen“, meint sie weiter. Diesen „Blick über den Tellerrand“ sieht auch Adalbert Reidinger, Direktor des Gymnasiums, als positiven Effekt. „Die Schüler kehren beeindruckt von der eigenen Schule zurück. Sie lernen auch andere Schulen und Schüler kennen“, so Reidinger. Am Gymnasium in Oberpullendorf läuft derzeit ein EU-Projekt, bei der das Schülerradio federführend ist. Thema ist Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.