Erstellt am 14. Januar 2016, 04:03

von Elisabeth Kirchmeir

Geld veruntreut: Sachwalter verurteilt. Einem von ihm betreuten 85-jährigen Mann aus dem Mittelburgenland entwendete ein arbeitsloser Schlosser aus Ternitz (NÖ, Bezirk Neunkirchen) mehr als 50.000 Euro. Freiheitsstrafe auf Bewährung.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)

Wegen Untreue und Veruntreuung wurde am Montag dieser Woche ein 59-jähriger Mann aus Ternitz am Landesgericht Eisenstadt rechtskräftig verurteilt.

Als Sachwalter eines an Alzheimer erkrankten Mannes aus dem Bezirk Oberpullendorf soll der arbeitslose Schlosser praktisch dessen gesamtes Vermögen an sich gebracht haben.

Auto zu eigenen Gunsten verkauft

Der Angeklagte behauptete, der betagte Mann habe ihm Sparbücher und Wertgegenstände geschenkt.

Er gab zu, im Jahr 2014 – als er bereits Sachwalter war – mehr als 50.000 Euro von den Sparbüchern des Klienten auf sein eigenes Konto überwiesen zu haben.

Das Auto des betagten Mannes verkaufte er zu eigenen Gunsten, außerdem entfernte er Standuhren, einen Flachbildfernseher und eine Münzsammlung aus dem Haus des alten Mannes.

Im August 2014 starb der von dem angeklagten Sachwalter betreute Pensionist im Alter von 85 Jahren. Seine Witwe hätte den Großteil des Vermögens erben sollen, dem 63-jährigen Sohn, mit dem der Vater zerstritten war, sollte nur der Pflichtteil zukommen.

In der Zwischenzeit ist auch die Witwe verstorben. Rund 50.000 Euro forderte nun deren Rechtsanwalt für die Verlassenschaft von dem angeklagten Sachwalter ein.

„Angeklagten wie Sohn gesehen“

Der Pensionist habe den Angeklagten immer als „seinen Sohn“ und sie selbst als „seine Schwiegertochter“ angesehen, gab die als Zeugin befragte Ex-Frau des arbeitslosen Schlossers an.

Über den Sohn des von ihr und ihrem Ex-Mann betreuten Ehepaares habe sie immer gehört, dass sich dieser nicht um seine Eltern kümmern wolle.

Etwas anders stellte die Situation ein Verwandter des finanziell vom Sachwalter geschädigten Ehepaares dar: Der Sohn habe eine schwere Kindheit gehabt, er sei von seinem Schwager, dem verstorbenen Pensionisten, geschlagen worden.

Ein Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richterin Karin Lückl verurteilte den einschlägig vorbestraften Sachwalter zu zwölf Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und 1.200 Euro Geldstrafe. Außerdem muss er den Schaden von 50.000 Euro gutmachen. Das Urteil ist rechtskräftig.