Erstellt am 05. Januar 2011, 00:00

Gemeinderat diskutiert Schul-Schließung. MÖGLICHE PRÄMIE / 15.000 Euro für die Gemeindekasse würden fließen, wenn man die Schule in Kalkgruben schließt.

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VON ELISABETH TRITREMMEL

KALKGRUBEN / Auch die Gemeinde Weppersdorf hat das Schreiben von Landeshauptmann Hans Niessl erhalten, das für die Schließung einer Schule eine Prämie in Höhe von 10.000 Euro und zusätzlich 5.000 Euro pro weggefallener Klasse in Aussicht stellt.

Bei der Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag wurde die Schließung der Volksschule in Kalkgruben deshalb zum Thema. ÖVP-Gemeinderat Helmut Werfring fragte an, wie die Gemeinde dazu stehen würde. SPÖ-Bürgermeister Paul Piniel erklärte, dass man sich die Geburtslisten der in Frage kommenden Jahrgänge genau angesehen hätte. „Im kommenden Schuljahr werden zehn Schüler die Schule besuchen, im Schuljahr 2012/13 aber nur sechs“, führte der Bürgermeister aus.Damit würde die Schule über die gesetzlich vorgeschriebene Mindestschülerzahl von zehn Schülern fallen und müsste schon aufgrund dessen geschlossen werden. „Wenn man die Schule im kommenden Jahr zusperren würde, dann könnte man auch mit der Auszahlung der Prämie rechnen“, so der Ortschef weiter.

Zusätzliche Schüler durch  Zuzüge sind möglich

„In zwei Jahren kann sich auch viel ändern. Wenn die Kalkgrubener Eltern, deren Kinder woanders in die Schule gehen, diese in Kalkgruben in die Schule geben würden, dann würde sich die Situation auch verändern“, kontert Werfring. Bürgermeister Paul Piniel führt diese Entwicklung vor allem darauf zurück, dass in Weppersdorf ein Hort angeboten wird, in Kalkgruben aber nicht.

ÖVP-Gemeinderat Werfring erklärte außerdem, dass die Gemeinde auch nach der Schulschließung das Gebäude erhalten müsste und aufgrund der Schülerzahlen wahrscheinlich auch eine weitere Lehrkraft in Weppersdorf bezahlen müsste, wenn die Schüler aus Kalkgruben dort die Schule besuchen. Der monetäre Aspekt spiele auch gar keine Rolle, meinte SPÖ-Vizebürgermeister Franz Geissler. „Es geht nicht ums Geld. Von den 15.000 Euro würde der Gemeinde auch nicht viel übrig bleiben“, erklärte er.

Eltern wollen Weiterbestand  der Volksschule Kalkgruben

Ortsvorsteher Johann Binder aus Kalkgruben berichtete, dass bei ihm bereits viele Eltern angerufen hätten: „Sie haben sich vehement dafür ausgesprochen, dass die Schule möglichst lang erhalten bleibt.“

Schließlich einigte sich der Gemeinderat darauf, nach den Ferien Mitte Jänner eine Besprechung zu veranstalten, bei der neben Gemeindevertretern und der Schulleiterin auch Eltern und der Bezirksschulinspektor geladen werden. Dabei soll die Lage analysiert werden sowie auch die Bereitschaft der derzeitgen und zukünftigen Eltern abgeklärt werden, ihre Kinder im Ort in die Schule zu schicken.

Schon bald zu wenige Kinder? Die Volksschule in Kalkgruben besuchen im kommenden Jahr nach derzeitiger Statistik zehn Kinder, im Schuljahr 2012/2013 werden es aber nur mehr sechs sein.