Oberpullendorf

Erstellt am 10. August 2016, 06:56

von Elisabeth Kirchmeir

Richter vor dem Prozess bedroht. Ein 40-jähriger Mann, für den ein Sachwalter bestellt worden war, bedrohte massiv den Richter am Bezirksgericht.

Vorfall am Bezirksgericht Oberpullendorf: 40-Jähriger beschimpfte und drohte dem Richter. Foto: Tritremmel  |  Elisabeth Tritremmel

Am 11. April sorgte ein beschäftigungsloser 40-jähriger Mann bei der Sicherheitsschleuse des Bezirksgerichtes Oberpullendorf für einen gehörigen Aufruhr, weshalb er sich eigentlich am Montag dieser Woche am Landesgericht Eisenstadt wegen des Vorwurfs der versuchten Nötigung hätte verantworten sollen.

Der Angeklagte zog es jedoch vor, nicht vor Gericht zu erscheinen, und wurde in Abwesenheit verurteilt.

Besachwalteter drohte mit der „Ostmafia“

Dem Vorfall am Bezirksgericht war ein Verfahren vorangegangen, im Zuge dessen für den Beschäftigungslosen ein Sachwalter zur Verwaltung seines Vermögens bestellt wurde.

Der Besachwaltete ärgerte sich offenbar so sehr darüber, dass er keinen Zugriff auf sein Geld mehr hatte, dass er den Richter, der über die Sachwalterschaft entschieden hatte, mehrfach massiv beschimpfte und am 11. April 2016 Drohungen aussprach, die zur Anzeige führten.

An der Sicherheitsschleuse stehend, soll der Mann gegenüber dem Mitarbeiter der Sicherheitsfirma angekündigt haben, der Richter werde nicht mehr bis zu seinem Wohnort kommen, dieser werde am Parkplatz von der „Ostmafia“ weggeblasen oder er werde selbst am Eingang des Bezirksgerichtes auf ihn warten, wenn nicht sein Geld bis zu einem bestimmten Zeitpunkt auf sein Konto überwiesen werde.

„Das eine oder andere böse Wort herausgerutscht“

Der Mann, der üblicherweise - wie am Gericht bereits bekannt war - drei Klappmesser in seiner Kleidung mitführte, hatte sich in einer ersten Einvernahme zu dem Vorfall schuldig bekannt und zugegeben, dass ihm „das eine oder andere böse Wort herausgerutscht“ sei.

Zu dem Richter hatte er am 11. April keinen direkten Kontakt: „Ich ließ ihn nicht hinein, weil er vorher schon gedroht hatte“, so der Sicherheitsmitarbeiter. Er habe die Drohungen des Mannes ernst genommen und die Polizei verständigt.

„Es mag sein, dass er mit der Sachwalterschaft nicht glücklich ist, aber es geht nicht, dass er deshalb die Staatsorgane so unter Druck setzt“, stellte der Staatsanwalt klar. Der Besachwaltete wurde in Abwesenheit wegen versuchter Nötigung zu vier Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt - nicht rechtskräftig.