Erstellt am 22. Juli 2015, 05:56

von Michaela Grabner

Bangen um Preise. Nur rund ein Drittel des Weizens hat Top-Qualität. Die Auswirkungen auf den Preis sind noch nicht abschätzbar.

Von Feld zu Feld verschieden: Mengenmäßig gab es eine durchschnittliche bis gute Weizenernte. Die Qualitäten sind regional sehr unterschiedlich.  |  NOEN, Erwin Wodicka - erwin.wodicka@gm
Mähdrescher sind auf den Feldern unterwegs. Die über 600 Landwirte im Bezirk, die Getreide angebaut haben, bringen ihre Ernte ein.

Bezirksbauernbundobmann Josef Rathmanner spricht in einer ersten Bilanz von einer „etwas durchwachsenen“ Ernte. Seiner Einschätzung nach hat es bei der Wintergerste eine durchschnittliche Ernte gegeben beim Roggen nicht befriedigende Mengen aber gute Qualitäten und beim Körnerraps, der zweitwichtigsten Sommerkultur, sehr unterschiedliche Erträge. Diese seien aber insgesamt wesentlich niedriger als im Vorjahr ausgefallen. Rathmanner führt dies auf den nassen September zurück. „Dort, wo viel angebaut wurde und es gute Böden gibt, gab es schöne Erträge. Im Durchschnitt hatten aber alle weniger“, erläutert er.

Hauptanbausorte im Bezirk ist der Winterweizen. Hier gab es laut Rathmanner mengenmäßig durchschnittliche bis gute Erträge, allerdings bei der Qualität große Schwankungsbreiten. „Die Proteinwerte sind regional sehr unterschiedlich und sind teilweise schlecht ausgefallen. Das drückt den Preis“, weiß Rathmanner. Um die Ernte als Premiumweizen verkaufen zu können, braucht es einen Proteinwert von über 15 Prozent. Bei 14 bzw. 15 Prozent kann dieser als Qualitätsweizen, bei 12,5 bis 13 Prozent als Mahlweizen und bei weniger als 12 Prozent nur als Futterweizen verkauft werden. Rund um Deutschkreutz gab es die besten Proteinwerte.

Nur etwa 30 Prozent Qualitätsweizen

„Generell ist aber viel Futter- und Mahlweizen dabei“, stellt Rathmanner fest. Das bestätigt Johann Eichberger vom Landwirtschaftlichen Bezirksreferat. Auch er spricht von guten Durchschnittserträgen, aber „die Proteinwerte – das Hauptqualitätskriterium – sind nicht immer super.“ Er rechnet damit, dass nur etwa 30 Prozent im Qualitätsweizenbereich liegen.

„Es gibt Bauern, die gute Qualitäten haben, aber generell schaut es mit der Qualität nicht so super aus“, meint Eichberger. Eine mögliche Erklärung sind für ihn die fehlenden Niederschläge im Frühjahr. Bessere Böden hätten dies besser verkraftet, daher die regionalen Unterschiede. „Der Ertrag war durchschnittlich, die Qualitäten mäßig, ausschlaggebend sind aber schlussendlich die Preise“, fasst Rathmanner zusammen.

Niederschläge unbedingt notwendig

Wie sich die Qualitäten auf den Preis auswirken wird, darüber kann man derzeit noch keine genaue Aussage treffen. „Erst wenn die europäische Ernte eingebracht ist, weiß man den Preis“, erklärt Rathmanner. Dies sei meist Mitte August der Fall. Der Unterschied zwischen einer Tonne Premiumweizen und einer Tonne Futterweizen könne aber bis zu 50 Euro ausmachen.

„Ein absoluter Segen waren die 20 bis 35 Liter, die es am 8. Juli flächendeckend im Bezirk geregnet hat. Die haben dem Weizen noch etwas gebracht und alle anderen Kulturen auch gerettet“, so Rathmanner. „Für die Herbstkulturen, also Zuckerrübe, Mais, Sojabohne und Sonnenblume sind jetzt unbedingt Niederschläge notwendig.“